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Tour de Lorraine, 18. - 20. Januar in Bern

«Urban Citizenship» bietet eine vielversprechende Perspektive auf die Frage, wer an der Gestaltung des urbanen Raumes teilhaben darf. Nicht Herkunft und ökonomische Voraussetzungen sollen entscheidend sein, sondern der Lebensmittelpunkt und die gemeinsame Zukunft. Es geht um rechtliche, politische, soziale und kulturelle Teilhabe aller Bewohner*innen und um die Anerkennung von Migration und Vielfalt als gesellschaftliche Realität. Wie können wir die lokalen Strukturen an diese Realität anpassen?

Ob Armutsbetroffene, Migrant*innen mit und ohne Papiere, Menschen mit Behinderungen, die LGBTQ-Community, Senior*innen oder Jugendliche: Wir fordern Teilhabe auf Augenhöhe für alle. Da, wo wir leben. Wie können wir Abschiebungen verhindern? Müssen wir die Demokratie neu erfinden? Wie schaffen wir Zugang zu Arbeit und Wohnraum für alle und ist «Urban Citizenship» auch auf dem Land umsetzbar? Die diesjährige Tour de Lorraine mit dem Titel «Teilhabe für alle! Da, wo wir leben» wird Raum bieten, diese Fragen aufzugreifen, sich untereinander zu vernetzen sowie Strategien, Aktio-nen und mögliche rechtliche und politische Konzepte rund um «Urban Citizenship» zu diskutieren.

Die Tour de Lorraine lädt zusammen mit dem «netzwerk migrationscharta.ch» und der Plattform «Wir alle sind Bern» zu diesem Politfestival ein. Kommt nach Bern. Nehmt teil! Participez! Vieni! Take part! Bainvegni!

AUFTAKTVERANSTALTUNG WENN STÄDTE ZU REBELLINNEN WERDEN – WIDERSTAND GEGEN EIN RASSISTISCHES MIGRATIONSREGIME

Donnerstag, 18. Januar 2018, 19:30

Tojo Theater Reitschule, Neubrückstrasse 8

Historisch lassen sich zahlreiche Beispiele anführen, in welchen die städtische oder kommunale Ebene als Laboratorium für emanzipatorische Formen des Miteinanders dienten. Zurzeit setzen sich in verschiedenen Ländern Städte gegen ein rassistisches Migrationsregime zur Wehr und nutzen dabei in geschickter Art und Weise den rechtlichen Spielraum, der ihnen zur Verfügung steht. So hat sich Palermo zur «città dell‘ accoglienza» erklärt, Toronto zu einer «Sanctuary City» und New York ermöglicht mit einer City ID auch Sans-Papiers einen legalen Ausweis. Was diese Solidarischen Städte vereint, ist ihr aktives Ignorieren des Aufenthaltsstatus ihrer Bewohner*innen. Sie haben erkannt, dass die Illegalisierung von Menschen zu Prekarisierung, ein Wahlrecht nur für Staats­bür­ger*innen zur Entdemokratisierung und die Konstruktion des Grenzübertritts als «Sonderfall» zu einer Entsolidarisierung der Menschen führt.

Neben Schutzpolitiken, die Abschiebungen und rassistische Kontrollen verhindern, setzen Solidarische Städte auf eine Teilhabe ohne Angst für alle Bewohner*innen. «Urban Citizenship» bietet dabei eine vielversprechende Perspektive auf die Frage, wer an der Gestaltung des urbanen Raumes teilhaben darf. Nicht die Herkunft ist ausschlaggebend für Zugehörigkeit und Teilhabe, sondern der Lebensmittelpunkt und die gemeinsame Zukunft.

Nach drei Inputs von Katharina Morawek (Mit­ initiatorin von «Wir alle sind Zürich»), Dr. Kristina Schulz (Dozentin für Migrationsgeschichte, Uni Bern) und Dr. Elham Manea (Politikwissenschaftlerin, Uni Zürich) diskutieren die Referentinnen über das Potenzial Solidarischer Städte und die Herausforderungen auf dem Weg dorthin. Bei der Diskussion wird es u. a. um die Kernelemente der Idee von Urban Citizenship gehen, um die Geschichte der Ausgrenzung & Migration in der Schweiz, um die Spannung zwischen gleichberechtigter Teilhabe, Rechts­plu­r alismus und dem universalen Anspruch der Menschenrechte, und darum, was Urban Citizenship aus einer emanzipatorischen Perspektive bedeuten kann. Als Ausgangspunkt dient das Manifest für eine Solidarische Stadt des Akivis­­­t *innen­netzwerks «Wir alle sind Bern».

Moderation: Tarek Naguib (Allianz gegen Racial Profiling)

 

UND IN DEN TAGEN DARAUF ...

Freitag, 19. Januar 2018

ab 19:30 Uhr: Filme

Kino Reitschule

19:30 Uhr – «Das Gegenteil von Grau»
21:15 Uhr – «Being Okey»
22:00 Uhr – «Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung»
[Details]

Theater & Tribunal

Tojo Theater Reitschule

19:45 Uhr – Theater: «Show hin», Blickwichtung, Zürich
20:30 Uhr – Tribunal: «Hautverdächtig? Rassistische Polizeikontrollen auf der Anklagebank», Allianz gegen Racial Profiling
[Details]

 

Samstag, 20. Januar 2018

10:15 Uhr – Mitgliederversammlung netzwerk migrationscharta.ch und Standortgespräch «Kirchenasyl» [Details]

Turnhalle, PROGR

Wir sind froh um deine Anmeldung!

11:00 Uhr – Vernetzungstreffen

Turnhalle, PROGR

An der Tour de Lorraine kommen unterschiedlichste Initiativen, Aktivist*innen und Interessierte zusammen. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um bei Kaffee und Tee gemütlich in den Workshoptag zu starten und die Netze auszuwerfen. Ob Schwesterinitiative in einer anderen Stadt, Aktivistin auf einem ähnlichen Gebiet oder einfach Saufkumpane fürs Abendprogramm – beim Netzwerktreffen lernt mensch sich kennen.

12:00 Uhr –Mittagessen «Teilete»

3. Stock, PROGR

Brot von der Ässbar. Jede*r bringt etwas mit

13:00 Uhr & 15:00 Uhr – Theatraler Rundgang, Denk:mal Theatergruppe

Treffpunkt im PROGR Innenhof vor der Turnhalle

Haben sie eigentlich Grenzen? Haben Sie eigentlich Grenzen? Haben sie eigentlich Grenzen? Haben sie eigentlich Grenzen? Wo kämen wir denn hin, wenn niemand ausgegrenzt werden würde? Wo kämst du hin, wenn niemand ausgegrenzt werden würde?

13:00–16:30 Workshops [Block um 13 Uhr und um 15 Uhr]

PROGR und weitere Orte

Eine Auflistung der mehr als 30 Workshops findest du auf unserem Flyer. Weitere Informationen werden in Kürze hier publiziert. Wir sind froh um deine Anmeldung um besser abschätzen zu können wie viele Menschen die Veranstaltungen besuchen werden. Danke!

13:30 Uhr – Wo finden Jugendliche in Bern nichtkommerzielle öffentliche Räume?

Turnhalle, PROGR

Wo finden Jugendliche in Bern nichtkommerzielle, öffentliche Räume für gemeinsame Aktivitäten & Abende? Beim Open-Mic-Podium für alle Interessierte finden wir zusammen raus, welche Themen uns bewegen. Dann besprechen wir an offenen Diskussionstischen, was genau wir in Bern brauchen und welche Forderungen wir an die Gemeinde und die Politiker*innen haben. Bei Musik & Essen stellen sich danach einzelne Initiativen und Jugendtreffs vor, speziell auch für Mädchen & junge Frauen. [Flyer dieser Veranstaltung]

Organisatoren: Gaskessel, Jugendarbeit Bern, Nordost, Dachstock Jugendtreff, Jugendparlament, Sk8.be, Tour de Lorraine, Jugendarbeit Bern West, Frauenraum und viele andere

16:00 Uhr – Leben als Sans-papiers: Ein Stadtrundgang. «Urban Citizenship» – Heimat für alle

Treffpunkt vor dem Bundeshaus

Zum Arzt gehen oder die Polizei rufen? Bankkonto eröffnen oder Arbeit finden? Heiraten oder ein Handyabo lösen? Für «Sans-Papiers» schwierig bis unmöglich. Über das Leben ohne Aufenthaltsbewilligung und die Chancen einer «CityCard» erzählt die Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers auf dem Stadtrundgang.

17:00 Uhr – Cosmopolis: Plenum

Turnhalle, PROGR

Aktionsplenum, in welchem Ideen aus den Workshops Realität werden können. Wie geht es gemeinsam weiter? Welche Ziele verfolgen wir und welche Projekte? Wer schliesst sich mit wem zusammen?

18:00 Uhr – Banquet Républicain

3. Stock, PROGR

Feines Essen aus der internationalen Küche und würzige Tischreden! Und zudem werden In Between GreenFolk aus Bern spielen!

ab 20:00 Uhr – Filme, Theater, Tanz

Kino Reitschule

20:00 Uhr – «Das Gegenteil von Grau»
21:45 Uhr – «Being Okey»
22:30 Uhr – «Als Paul über das Meer kam – Tagebuch einer Begegnung»
[Details]

Tojo Theater Reitschule

20:00 Uhr – Hörstück: «Grenzenlos»
20:45 Uhr – Tanz-Theater: «ONCE in a lifetime – alles kann, nichts muss #teilhabe»
[Details]

ab 20:00 Uhr bis in den frühen Morgen

Konzerte und Partys in 15 Lokalen

 

Sonntag, 21. Januar 2018

14:00 Uhr – Leben als Sans-Papiers: Ein Stadtrundgang. «Urban Citizenship» – Heimat für alle

Treffpunkt vor dem Bundeshaus

Zum Arzt gehen oder die Polizei rufen? Bankkonto eröffnen oder Arbeit finden? Heiraten oder ein Handyabo lösen? Für «Sans-Papiers» schwierig bis unmöglich. Über das Leben ohne Aufenthaltsbewilligung und die Chancen einer «CityCard» erzählt die Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers auf dem Stadtrundgang.

Was ist die Tour de Lorraine?

Der Verein Tour de Lorraine ist aus den Protesten und Diskussionen um das World Economic Forum (WEF) und die neoliberale Globalisierung entstanden und will eine finanzielle Unterstützung an politische, soziale und kulturelle Basisprojekte in Bern und weltweit leisten. Seit 2001 findes jeweils im Januar ein Polit- und Kulturfestival in vielen unterstützenden Betrieben im und um das Berner Lorrainequartier statt. 

Mit dem Gewinn werden Projekte gefördert, welche eine öffentliche Auseinandersetzung über Themen wie soziale Gerechtigkeit, Umverteilung, Chancengleichheit, etc auslösen oder der Weiterbildung und Vernetzung von politischen AkteurInnen dienen.