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Workshops vor Ort, Block 1: 10:00 - 12:00/12:30 Uhr

Free Thinkers Academy – Thema: Protest

Workshop für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren

10:00 - 12.30 Uhr

Progr, Raum «Erlesen»

Brandy Butler
Gastspiel des Theater Neumarkt, Zürich

Kinder ab 5 Jahren wälzen die grossen Fragen: Diese Ausgabe widmet sich dem Thema Protest. Nach der gemeinsamen Lektüre des Kinderbuchs «Der Streik der Stifte» von Drew Daywalt erörtert die Gruppe mittels Spiel, Bastelei und Gespräch: Was ist Protest? Warum protestieren Menschen? Was sind meine Rechte als Kind? Im Anschluss gibt es ein kleines Zmittag.

Brandy Butler ist Kinderpädagogin, Musikerin und Contemporary Art Performerin. 2012 war sie Finalistin an der Castingshow «The Voice of Switzerland». Seither tourt sie in unterschiedlichen Musikformationen durch Europa, Afrika und den USA. Seit Herbst 2019 ist sie festes Ensemblemitglied des Theaters Neumarkt. Sie ist Mitglied von Bla*Sh und engagiert sich gegen Ausgrenzungs- und Diskriminierungsformen im Alltag und spezifisch in der Schweizer Kunst-, Kultur- und Musikindustrie. Sie ist Gründerin der «Drag Queen Story Time» und «Free Thinkers Academy», zwei kinderorientierten Programmen, die sich spielerisch mit gesellschaftsrelevanten Fragen beschäftigen.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

10:00–12:00 Uhr

Bollwerkstadt, Bollwerk 35

Angela Jorns und Christian Zeier

Wer als Schweizer*in mit Menschen in ehemals kolonialisierten Ländern zusammenarbeitet, läuft Gefahr, postkoloniale Strukturen zu reproduzieren. Die Spezialistin für verantwortungsvollen Bergbau und Entwicklung Angela Jorns und der Auslandsreporter Christian Zeier hinterfragen ihre eigene Rolle kritisch und zeigen anhand konkreter Beispiele auf, wie eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe funktionieren kann.

Wie beziehe ich Menschen vor Ort in meine Arbeit ein? Wie ermögliche ich eine Plattform für andere Stimmen, ohne diese zu übertönen oder unsichtbar zu machen? Und wie kann ich in einem Land tätig sein, ohne dabei ausschliesslich auf meine Schweizer Perspektiven & Erfahrungen zu vertrauen? Diese und weitere Fragen werden anhand konkreter Beispiele aus dem Arbeitsalltag thematisiert - und gemeinsam mit den Teilnehmenden beantwortet.

Angela Jorns ist Spezialistin für verantwortungsvollen Bergbau und Entwicklung bei der britischen Beratungsfirma Levin Sources. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit verantwortungsvollen Lieferketten von Mineralien, Kleinstbergbau, Entwicklung, sowie Wirtschaft und Menschenrechten. Angela arbeitet weltweit mit Unternehmen entlang der Mineralienlieferketten sowie mit Regierungen und der Zivilgesellschaft zusammen, um den verantwortungsvollen Abbau, Handel und die Nutzung von Mineralien zu fördern.

Christian Zeier ist Auslandsreporter und Mitgründer des investigativen Recherche-Teams Reflekt. Er berichtete für die grösseren Magazine und Zeitungen der Schweiz unter anderem aus Somalia, Eritrea, Moçambique, Nigeria oder dem Irak und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet. christianzeier.chreflekt.ch

Schweizer Konzerne zur Verantwortung ziehen

10:00 - 12:00 Uhr

Progr, Raum «Kulturpunkt»

Multiwatch

Wer die Kontrolle über die Ressourcen der Erde, Finanz- und Warenflüsse erlangt, sichert sich einen enormen Reichtum. Im Kolonialismus besetzten westliche Länder gewaltsam Gebiete im Globalen Süden, um an diese Kontrolle zu gelangen. Sie unterwarfen, vertrieben, versklavten oder ermordeten die ansässige Bevölkerung. Im heutigen Neokolonialismus sind es multinationale Konzerne, die sich mit Hilfe von Regierungen reicher Industrienationen neue Reichtümer im Globalen Süden aneignen. Mit der Schaffung neuer Eigentumsverhältnisse und der Ausbreitung des Marktes im globalen Süden gelangen multinationale Konzerne an neue Rohstoffe und Absatzmärkte. Folgen davon sind Land- und Wasserraub, Monokulturen, Steuer- und Finanzabflüsse, Korruption, Ausbeutung von Mensch und Umwelt. Was können wir insbesondere nach dem knappen Scheitern der Konzernverantwortungsinitiative gegen Neokolonialismus tun?

Schnitzeljagd – Die Machenschaften der Schweizer Wirtschaft in ehemaligen Kolonialstaaten

Ab 10:00 Uhr

Treffpunkt: Waisenhausplatz

Erste Durchführung: Sonntag, 2. Mai 2021, 14:30 - 16:30 Uhr

Weitere Infos hier

Online-Workshops, Block 1: 12:30 - 14:30 Uhr

Pharmaceuticals in the Colonial Enterprise

12:30 - 14:30 Uhr

Online (Anmeldungslink folgt)

Noble Kofi Nazzah, Pierian Centre for Learning and Development Research, Ghana

Extractivsm was a fundamental feature of colonial exploitation. Extractive institutions established by colonial powers turned colonies into sites where resources or knowledge was extracted and sent abroad for processing, and not places where productive and value addition activities were organized; thus, depriving colonies of the knowledge that comes from industry, experimentation and learning-by-doing and associated financial profit. Remnants of this system of exploitation still exist in various sectors of the economies of former colonies despite the formal breaking up of the colonial pact. Using the case study of the pharmaceutical industry, this workshop seeks to examine how advanced countries, especially Switzerland, have benefited from pharmaceutical resources and knowledge extracted from countries in sub-Saharan Africa.

Noble Kofi Nazzah is the founder of Pierian Centre for Learning and Development Research in Ghana. He studied at the University of Ghana, where he obtained a B.Sc. (Hons) in Chemistry; Webster University, where obtained a M.A. in International Relations; and at the London School of Economics and Political Science, where he graduated with a M.Sc. in African Development.

Hist.noire.ch

12:30 - 14:30 Uhr

Online (Anmeldungslink folgt)

Jovita Pinto

Histnoire.ch ist eine Dokumentation von Schwarzen*Frauen, die sich in der Schweizer Öffentlichkeit einbrachten und einbringen. Sie besteht aus Medienberichten, die öffentlich zugänglich sind, und Kurzporträts von Schwarzen Personen und Organisationen. Jovita Pinto stellt die Idee und das Projekt vor.

Workshops vor Ort, Block 2: ab 14:00/15:00 Uhr

Decolonize yourself (für BIPoCs)

14:00 - 18:00 Uhr

Café Révolution

Ify Odenigbo

In diesem Workshop werden wir unsere Gedanken und Gefühle, Werte und Vorlieben dekonstruieren. Wir setzen uns mit ihnen auseinander, hinterfragen und tauschen uns dazu aus. Wo finden wir in uns Strukturen von Machtverhältnissen und Dominanzkulturen? Wie gehen wir damit um? Wo halten wir solche Strukturen auch aufrecht?

Dieses Angebot ist ausschliesslich für Schwarze Menschen, People of Color, Personen mit Rassismuserfahrungen.

de_kolonial! denk_mal!

15:00 - 17:00 Uhr

Progr, Raum «Kulturpunkt»

Payal Parekh. Café Cosmopolis von Wir alle sind Bern

Was haben das Bierhübeli, die Unitobler, die Berner Stadtgeranien und der Holländerturm beim Waisenhausplatz gemeinsam? Genau! Sie zeigen, dass Bern stark beim Rennen um Kolonien profitiert hat. Was geschehen ist, können wir nicht mehr ändern – aber unser Verhältnis dazu aufarbeiten, die Alltagsprobleme, Machtstrukturen und Auswirkungen von heute aufzeigen und die Verantwortlichen benennen.

Community Safety in der Praxis: Wie schaffen wir ein neues Verständnis von Sicherheit ohne Polizei?

15:00 - 17:00 Uhr

Bollwerkstadt

Meral Kaya und Claudia Wilopo. Allianz gegen Racial Profiling und Awarenetz Basel

Die Polizei dein Freund und Helfer? Für viele Menschen eine Illusion, wie sie am eigenen Leib erfahren mussten! Gegründet wurde die Institution Polizei in erster Linie, um Privilegien und Eigentum zu schützen. Sie diente in ihren Anfängen etwa der Kontrolle der sogenannten «Vaganten», der Sondererfassungen von Rom*nja und Sinti*ze, der Aufstands- und Streikbekämpfung und entstand auch direkt aus sogenannten «slave patrols», die der Kontrolle von Schwarzen Menschen dienten, die sich ausserhalb von Plantagen aufhielten. Entsprechend dieser Geschichte bestehen auch seit langem vielfältige Kritiken und Forderungen nach Alternativen. Doch wohl erst mit den weltweiten «Black Lives Matter»-Protesten vom letzten Jahr wurde die Debatte um die Abschaffung der Polizei und alternative Konzepte von Public Safety und Security auch breiter geführt.

In diesem Workshop möchten wir daher, anstatt über Forderungen zu einzelnen Reformen der Polizei zu sprechen, zusammen diskutieren, wie wir die Polizei ersetzen können. Gemeinsam wollen wir folgende Fragen aufwerfen: Wie schaffen wir eine Kultur der Unterstützung und Verantwortlichkeit (accountability), mit der wir Ursachen der Gewalt angehen und Sicherheit für alle schaffen können? Wie können wir vielfältige Verletzlichkeiten (vulnerabilities) und intersektionale Ausschluss-, Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen als Formen der Unsicherheit fassen? Wie unterstützen wir den Heilungsprozess von denen, die Gewalt erleben mussten, ohne weiteren Schaden anzurichten? Wie halten wir die Widersprüchlichkeiten aus, dass Menschen oft gleichzeitig Überlebende und Täter von Gewalt sind, und suchen gleichzeitig nach der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit und einem Ende struktureller Gewalt? Und schliesslich, was hiesse Sicherheit für uns, wenn nicht der Schutz von Eigentum an erster Stelle stehen würde?

Die Entkolonialisierungskämpfe der kurdischen Freiheitsbewegung

15:00 - 17:00 Uhr

Frauenraum Reitschule

Vertreterinnen des Kurdischen Frauenrats Bern

Mit dem Vertrag von Lausanne 1923 wurde Kurdistan unter den vier Ländern Türkei, Syrien, Irak und Iran aufgeteilt. Seither leisten die Kurd*innen auf unterschiedliche Arten Widerstand gegen ihre Kolonisierung.

Öcalans historische These, dass Frauen durch die Unterdrückung durch den Mann zur ersten Kolonie geworden sind, veranlasste die Frauen, sowohl gegen den Kolonialismus in Kurdistan als auch gegen ihre Kolonisierung innerhalb der eigenen Gesellschaft zu kämpfen. Der Entkolonialiserungsprozess in Kurdistan ist nicht nur eine Befreiung von den Kolonialstaaten, sondern auch ein innergesellschaftlicher Prozess, der bis heute andauert.

In dieser Veranstaltung werden die verschiedenen Entkolonialiserungskämpfe der kurdischen Freiheitsbewegung behandelt.

Austausch von Menschen, die Rassismuserfahrungen machen, zum Thema Selbstermächtigung

15:00 - 17:00 Uhr

Progr, Raum «Erlesen»

Verein Diversum

Wir möchten einen Safer Space anbieten für Menschen, die Rassismuserfahrungen machen. Der Austausch soll grundsätzlich möglichst offen gestaltet sein und sich den Bedürfnissen der Teilnehmenden anpassen können. Mögliche Fragen sind die folgenden:

  • Welche Erfahrungen machen wir im Alltag?
  • Welche Erfahrungen machen diejenigen von uns, die in politischen Bewegungen aktiv sind?
  • Wo können wir Grenzen setzen? Wie machen wir das?
  • Was heisst Selbstermächtigung? Wie können dies erreichen?

Diversum ist ein Verein für Menschen aller Geschlechter und aller sexuellen Orientierungen, die wegen ethnischer Zuschreibungen alltäglichen, institutionellen oder anderen Formen von Rassismus ausgesetzt sind. Unser Ziel ist es, einen Safer Space zu kreieren, der den Austausch zwischen Menschen, die Rassismus erfahren, ermöglicht. Hinter einem Safer Space (im Sinn eines «möglichst sicheren Raums» oder eines Raums, der sicherer ist als andere Räume) steht die Idee, eine inklusive Umgebung, frei von diskriminierenden Äusserungen und Taten, zu schaffen. Ausserdem möchten wir einen Raum schaffen, in dem Projekte, die die Interessen von rassismusbetroffenen Menschen in der Schweiz verfolgen oder der Sensibilisierung von Organisationen und Institutionen bezüglich Diversitätsthemen dienen, konzipiert werden. Wir bieten ausserdem rassismuskritische Workshops an für Organisationen im Bildungsbereich.
verein-diversum.ch

 

Mein Körper, mein Platz in der Welt

15:00 - 17:00 Uhr

BlackBox

Eva de Souza

Mein Körper ist mein Platz in der Welt. Der Workshop ist eine Interaktion und Reflexion über kollektive Werte der Inklusion und Diskriminierung, die während des Weges des Aufbaus einer Identität erworben werden. In diesem Workshop werden wir uns objektive Fragen stellen und subjektive Antworten finden, die zeigen, wie nah wir an integrative Werte und diskriminierende Kriterien herangehen.

Unter der Annahme, dass wir die Subjekte einer Gesellschaft sind, die Klassifizierung und Wettbewerb als direkte Form des sozialen Aufstiegs vorschreibt, schlage ich eine Reflexion vor, die über die Teile des Konzepts von Komfortzonen, Angstzonen und Discovery-Zonen hinausgeht. Wir wollen unsere Wahrnehmung erweitern und erkennen, dass es noch andere «Felder» gibt, in denen sich Identität ständig ändert.

Anhand einer Schreibaktivität erstellen wir Aussagen und sozialisieren sie auf der Grundlage von vier Vorschlägen subjektiver Identitätsbereiche: 1. Schild oder Verteidigungsfeld, 2. Spiegelfeld oder Identifikation, 3. Feld der Überzeugungen und Werte und 4. Feld des Egos oder der Realisation.

Diese Übung suggeriert eine Wahrnehmung der Subjektivitäten, die uns zu mehr oder weniger toleranten Menschen machen und uns aus unserer Komfortzone führen.

Zum Beispiel werden sich im Bereich der Angst die eigenen Aussagen von denen anderer Menschen unterscheiden. Indem wir diese Erfahrungen anhand der obengenannten vier Felder teilen, können wir von anderen Aussagen hören, diese annehmen und sie als mögliche Wege der Veränderung der eigenen Ängste verstehen. Wir zeichnen die Spuren unserer Identität durch diese Übung in gewagteren Aussagen, das heisst, wir wagen es, die Ermittlungszone zu betreten.

In diesem Workshop werden wir ein Diagramm erstellen, das von den Sätzen dieser Konzepte der Psychologie von Zonen und Feldern ausgeht, welche uns offenbaren werden, wie offen wir für Begegnungen mit Unterschieden sind, mit der Wahrnehmung manipulativer Subjektivitäten, der Akzeptanz und Verleugnung der uns umgebenden anderen Subjektivitäten.

Ziele:

  • Nachdenken über persönliche und soziale Leistungen.
  • Reflektieren über die Definition von Zonen des sozialen Handelns und Verhaltens durch ein Diagramm.
  • Reflexion über die narzisstischen Konzepte und Grenzen, die dadurch auferlegt werden.
  • Erkennen, dass es andere Gebiete und Räume gibt, die an demselben bewohnten Ort entdeckt und erweitert werden müssen.
  • Das Spektrum des Looks und Handelns erweitern. Das Sichtfeld öffnen.

Über Eva

Ich definiere mich als «Aktivistin der Begegnung der Differenzen» und nicht als antirassistisch. Als Aktivistin in der Begegnung der Differenzen erlaube ich mir, das zu sein, was ich bin, und die Haltung der Toleranz als aktives Prinzip zu praktizieren, welche mein Verhalten leitet. Für mich ist «antirassistisch» ein externes Konzept, ein Etikett für diejenigen, die sich von meiner Art des Seins bedroht fühlen, also eine passive Haltung. Ich glaube, dass Rassismus in familiären Beziehungen geboren wird und in sozialen Beziehungen vor allem in Schulen wächst, und es ist in der Religion, wo er seine Wiege findet, die theoretische Grundlage für seine tausendjährigen Praktiken der Diskriminierung. Ich bin eine Aktivistin in diesen Lagern. Ich schlage vor, durch diesen Workshop ein Feld der Begegnung zu schaffen.

Der Workshop «Mein Körper, mein Platz in der Welt» ist eine Synthese meiner Forschung zur Ausarbeitung der Bilder, die ich für die grafische Identität das Festival der Tour décolonial präsentiert habe.

Online Workshops, Block 2, 19:30 - 21:30 Uhr

Tour de Lorraine Conference on Decolonialisation – Decolonising Economics

Does Economics need to be decolonised?

19:30 - 21:30 Uhr

Online (Anmeldungslink folgt)

Vortrag, in englischer Sprache

Carolina Alves, Joan Robinson Research Fellow in Heterodox Economics, University of Cambridge

The lack of diversity in terms of gender and race in economics has received increased attention in recent years, but events following the death of African American George Floyd have caused economists to reflect and rethink how they study long-simmering, systemic racial inequities. Economics is now having its #BlackLivesMatter moment, where the discipline has also been challenged about its eurocentric nature. Questions such as “What are the benefits of increasing racial and ethnic diversity for the economics profession?” have been complemented by “How does economics theories explain racial economic inequalities?. Is colonialism a major explanation behind today's differences in economic inequality? How does economics understand the links between racial inequalities and systemic racism?”. Addressing these questions take us to a frank discussion about both the knowledge production dynamics in our field and the issue of whether or not economic theories have been informed and developed together with assumptions regarding racial and civilisational hierarchy that justified colonial rule in in Asia, Africa, Latin America and the Middle East.