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Wie sieht eine Solidarische Stadt aus?

Workshops, Diskussionen, Begegnungen

Hier findest du Veranstaltungen zwischen 15. und 28. Januar 2024.

Wir bemühen uns allen möglichst barrierefrei Zugang zu den Veranstaltungen der Tour zu ermöglichen. Wir haben eine Übersicht zur Barrierefreiheit der Räume erstellt. Zudem muss ein offener, respektvoller und solidarischer Umgang selbstverständlich sein. Was wir darunter verstehen, haben wir in unserer Raumpolitik festgehalten.

Mo, 15.01.24

Auftaktveranstaltung – Wo beginnt die solidarische Stadt?

18³⁰ Uhr
Tojo, Reitschule
Diskussion

In einer ungleichen Gesellschaft ist Solidarität der Ausgangspunkt für ein gleichberechtigteres Miteinander. Die Möglichkeiten, über unser gemeinsames Zusammenleben mitzuentscheiden, sind allerdings höchst selektiv. An der Auftaktveranstaltung der Tour de Lorraine wollen wir daher diverse Schlaglichter aufs Potenzial der Solidarischen Stadt Bern werfen. Wo finden wir bereits heute im postmigrantischen Alltag solidarische Praxen und Netzwerke? Und welche Aushandlungsprozesse sowie Herausforderungen stehen hinter der kollektiven Organisation einer solidarischen Widerstandspraxis?

Die Tour de Lorraine lädt gemeinsam mit «Wir alle sind Bern» am 15. Januar 2023 zur Auftaktveranstaltung ins Tojo ein. Wir thematisieren verschiedene Dimensionen einer solidarischen Stadt, welche im Verlauf der Tour de Lorraine in weiteren Veranstaltungen vertieft werden. Zusammen mit Aktivst*innen aus verschiedenen sozialen Bewegungen und Initiativen diskutieren wir über Recht auf Stadt-Kämpfe, Mobilisierungen für eine klimagerechte Stadt, die Vision einer Sorgenden Stadt, einer Sicheren Stadt und einer Postmigrantischen Stadt. Dabei stehen auch Fragen zu solidarischem Aktivismus in Bezug auf eine solidarische Stadt im Zentrum: Wie können wir unser Engagement verbinden? Welche Aktivitäten existieren bereits und wie können wir diese Strukturen stärken und erweitern? Wir freuen uns auf euch und eure Inputs/Ideen!

Fr, 19.01.24

Die singende Stadt, das grosse Chor-Treffen

20⁰⁰ Uhr
Tojo, Reitschule
Konzert

Reservierung auf der Tojo-Webseite möglich. Restliche Tickets an der Abendkasse verfügbar.

So etwas hat Bern schon lange nicht mehr gesehen. Vier emanzipatorische Chöre treffen aufeinander und bringen ihre Kulturschätze mit sich. Durch den Abend begleitet das Publikum die gemeinsame Vision einer solidarischen Stadt. Die Chöre laden das Publikum mit ihren Songs ein Grenzen zu überschreiten, Teilhabe zu leben und für Alternativen zu kämpfen. Auch die Grenzen zwischen dem Publikum und den Chören lösen sich am Ende auf, so dass alles zu einem grossen Ganzen wird.

Der Lalala Coeur wurde 2018 gegründet und ist ein Chor für Alle*. An diesem Abend haben sie quasi ein Heimspiel, da der Berner Chor jede Woche im queerfeministischen Raum der Reitschule probt. Sie singen Lieder von Revolution, Emanzipation und Selbstbestimmung.

Die fünf Frauen von Tadââm aus Lausannebieten ein Repertoire traditioneller Weltlieder. Tadââm inszeniert und besingt Unterschiede in all ihren Formen. Jedes ihrer Lieder erzählt eine Geschichte und um diese zum Leben zu erwecken, werden sie von kleinen schauspielerischen Produktionen begleitet. Manchmal lustig oder tragisch, manchmal frech und schelmisch.

Die proletarische Singgruppe aus Zürich möchte die Singkultur in der revolutionären Bewegung stärken. Bei ihren regelmässigen Treffen üben sie Lieder aus aktuellen und vergangenen Bewegungen. So lernen sie aus der reichen sozialistischen Musiktradition und schöpfen Mut für unseren Kampf um eine bessere Welt.

La Chorale Anarchiste singt seit 2018 Lieder aus einer anderen, scheinbar verschwundenen Welt. Einer Welt in der die Bemühungen für Solidarität und Klassenkampf auf rot-schwarzem Grund geschrieben wurden, einer Welt für alle, ohne Patriarchat, ohne Verfolgung und dafür mit gelebter egalitärer Solidarität.

Sa, 20.01.24

Mapping «Sorgende Stadt»

14⁰⁰ – 17⁰⁰ Uhr
Tojo, Reitschule
Workshop

Was bedeutet es, Sorgearbeit und Sorgeverhältnisse zu demokratisieren und zu vergesellschaften? Wie würde eine Stadt aussehen, in der die Bedürfnisse all ihrer Bewohner*innen im Zentrum stehen? Und wo gibt es bereits heute Beispiele von sorgenden Politiken, Praktiken und Initiativen in Bern, an die angeknüpft werden kann? Nach einer Vorstellung des Konzepts der Sorgenden Stadt nähern wir uns in diesem Workshop mit der Methode des Mappings gemeinsam der Vision einer sorgenden Stadt an. In einer ersten utopischen Runde zeichnen wir die Stadt, wie sie uns als Feminist*innen gefallen würde. In einer zweiten Runde kartieren wir, was es bereits an öffentlichen Sorgeinfrastrukturen, solidarischen Initiativen und sorgenden Gemeinschaften in der Stadt gibt. Der Workshop bietet gleichzeitig eine Möglichkeit zur Vernetzung und zur Diskussion über zukünftige politische Kollaborationen. 

Mo, 22.01.24

Stiftsgarten – Besichtigung und Apéro

14³⁰ Uhr
Stiftsgarten, Badgasse 40
Besichtigung

Der Stiftsgarten liegt am Südhang der Berner Altstadt zwischen Stiftsgebäude, Münsterplattform und Badgasse und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Seit 2015 entwickelt er sich zu einer vielfältigen Spezialitätengärtnerei, in welcher der Anbau von alten Obst- und Gemüsesorten mit Aktivitäten der Begegnung und Bildung einhergehen.

Im Stiftsgarten wird die Erhaltung der Vielfalt alter Kulturpflanzensorten mittels Anbau, Vermehrung, Verarbeitung und Vertrieb gefördert. Schwerpunkt von Produktion und Verarbeitung sind Obst und Gemüse, die biologisch oder kulinarisch als Beeren gelten. Diverse Setzlinge ergänzen das Sortiment.

Informations- und Bildungsarbeit - in Form von Führungen, Kursen und Veranstaltungen - sollen die Öffentlichkeit für eine nachhaltige Ernährung und Lebensweise sensibilisieren. Es ist unsere Vision, Menschen die wunderbare Vielfalt des Gartens und Gärtnerns näher zu bringen, und sie zu motivieren, schonend mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen umzugehen. Das gemeinsame Arbeiten im Garten schafft Boden unter den Füssen, fördert den Austausch und das gute Leben.

Gerne laden wir euch ein, uns im Stiftsgarten zu besuchen. Wir werden euch durch den Garten führen und Spannendes über den Ort und die Menschen erzählen. Anschliessend geniessen wir zusammen ein kleines Apéro mit Produkten vom Garten.

Bitte zieht euch warm an, wir werden uns draussen aufhalten.

Dieser Anlass ist Teil des Themenfokus «Ernährende Stadt», organisiert von Transition Bern. Wenn du magst, komm von hier aus mit auf den Spaziergang vorbei an Kühlschränken von Madame Frigo und weiter zur Ladenführung bei Güter.

Sprache: Deutsch

Madame Frigo – Spaziergang zu Kühlschränken gegen Food Waste

16⁰⁰ Uhr
ab Casinoplatz zu Güter
Spaziergang

1/3 aller Lebensmittel landen in der Schweiz im Abfall. Mit den öffentlichen Kühlschränken von Madame Frigo können wir gemeinsam Food Waste reduzieren. Das Konzept ist einfach: Bring, was du nicht mehr brauchst oder schau vorbei, wenn dir noch was fehlt. Die Kühlschränke sind rund um die Uhr für alle Menschen kostenlos zugänglich.

Madame Frigo zählt bereits über 130 Standorte in 15 Kantonen der Schweiz. Unsere Kühlschränke werden von interessierten Personen oder Institutionen initiiert und von über 450 freiwilligen Helfer*innen betreut. Unter www.madamefrigo.ch findest du weitere Informationen und alle Standorte in deiner Region, in der Stadt Bern gibt es auch einige Standorte. Für die Betreuung sind wir auch immer auf der Suchen nach Freiwilligen, falls du Lust hast mitzuhelfen, darfst du dich gerne bei uns melden.

Der Spaziergang ist Teil des Themenfokus «Ernährende Stadt», organisiert von Transition Bern. Wir gehen gemeinsam nach der Veranstaltung im Stiftsgarten vom Casinoplatz los, gehen bei ausgewählten Kühlschränken vorbei und weiter zur Ladenführung bei Güter. Natürlich darfst du auch nur für den Spaziergang dabei sein. Melde dich zu Fragen rund um Barrierefreiheit bei uns.

Standorte in der Stadt Bern (Wir besuchen nur eine kleine Auswahl auf dem Weg):

  • Berner Generationenhaus, Bahnhofplatz 2, 3001 Bern
  • Marzili, Brückenstrasse 69, 3005 Bern
  • Unia Sulgenau, Monbijoustrasse 61, 3007 Bern
  • Sulgeneckstrasse (Pinto), Sulgeneckstrasse 13, 3007 Bern
  • LOLA Mattenhof, Brunnmattstrasse 57, 3007 Bern
  • Dock8, Holligerhof 8, 3008 Bern
  • PROGR, Speichergasse 4 – Innenhof, 3011 Bern
  • SUB-Hüsli, Lerchenweg 32, 3012 Bern
  • Länggasse, Vereinsweg 27, 3012 Bern
  • Breitsch, Kasernenstrasse 29, 3013 Bern
  • LOLA Lorraine, Lorrainestrasse 23, 3013 Bern
  • Bienzgut, Frankenstrasse 27, 3018 Bern
  • Café Mondial Betlehem, Eymattstrasse 2B, 3027 Bern

Sozial und ökologisch produzierte Güter für alle!?

18⁰⁰ Uhr
Ladenlokal Güter Foodcoop, Tscharnerstrasse 20
Führung

Menschen mit wenig Geld sind auf günstige Lebensmittel angewiesen. Günstige Lebensmittel gehen aber einher mit schlechten Arbeitsbedingungen in der Produktion. Ist es möglich diese (scheinbaren) Gegensätze zwischen den Interessen von Konsumierenden und Produzierenden zu überwinden? Der Mitmachladen Güter Foodcoop und der Verein für eine solidarische Güterverteilung (VSGV) haben genau dies vor. Sie wollen dazu beitragen, sozial und ökologisch hergestellte Produkte allen zugänglich zu machen.

Aber wie?

Der Mitmachladen Güter Foodcoop setzt auf die regelmässige und unentgeltliche Mitarbeit aller Mitglieder im Betrieb (2h45 alle vier Wochen). Dank dieser Mitarbeit kommt der Laden gänzlich ohne Angestellte aus. Die Einsparungen im Vertrieb soll es ermöglichen, Produkte günstig weiterzugeben, ohne Druck auf die Produzierenden auszuüben. Mitglieder übernehmen ausserdem Arbeiten, die sonst zu teuer wären (z.B. das Abpacken von Produkten) und senken dadurch die Preise zusätzlich.

Darüber hinaus arbeitet Güter Foodcoop mit dem Verein für eine soziale Güterverteilung zusammen. Dieser finanziert sich über freiwillige Spenden und stellt Menschen mit wenig Geld Einkaufsguthaben von bis zu CHF 75 pro Monat aus.

Diese Führung bietet einen Einblick in beide Initiativen sowie Raum für Fragen und Diskussionen rund um eine solidarische(re) Lebensmittelversorgung in Bern. Die Ladenführung ist Teil des Themenfokus «Solidarische Ernährung», organisiert von Transition Bern. Wenn du magst, komm schon um 16 Uhr an den Casinoplatz und spaziere mit uns gemeinsam zu Güter.

Der Sinn des Klebens

18⁰⁰ – 20⁰⁰ Uhr
Mattenhofstrasse 5, Erdgeschoss
Workshop

Der Sinn des Klebens! Act Now! Renovate Switzerland ist bekannt für Strassenblockaden durch ankleben, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.

Was hat das Kleben mit der Klimakrise zu tun?

Was heisst gewaltfreier Widerstand und warum nutzen wir gerade diese Form des Protests um auf die Klimakrise Aufmerksam zu machen?

Wie bereiten wir uns auf diese Aktionen vor?

All das und auch euer Fragen wollen wir versuchen in diesem Workshop zu beantworten.

Denn: «In Städten und Agglomerationen ist die Hitzebelastung besonders hoch. Sie beeinträchtigt die Erholung in der Nacht und das Wohlbefinden am Tag und kann sogar lebensbedrohend sein» (BAFU)

Eine solidarische Stadt ist also auch eine Coole Stadt.

Mehr als 70% der Schweizer:innen glauben, dass die Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz schlimm sein werden und dass die Energiewende des Landes nicht schnell genug voranschreitet.. Dennoch ergreift die Schweizer Regierung, wenn überhaupt, nur kleine Massnahmen. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Seit Ende der 1970er Jahre hat die wissenschaftliche Gemeinschaft die führenden Persönlichkeiten der Welt immer wieder gewarnt, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe katastrophale Folgen haben wird.

Also: Der Sinn des Klebens!

denk:mal – Bildung von allen für alle

19⁰⁰ – 21⁰⁰ Uhr / offen für alle Sprachen
denk:mal, Lagerweg 12
Einblick

Die autonome Schule denk:mal ist seit 2008 eine Plattform für selbstorganisiertes und selbstbestimmtes Lernen – und vieles mehr. Deutschkurs, Boxen, Velos bauen oder Sitzungen. Theaterkurs, Programmiertreff oder Malatelier. Wir können das denk:mal gemeinsam nutzen und beleben.

An diesem Abend erfährst und erlebst du, was das denk:mal für uns ist, wie es funktioniert – und wie nicht. Wir starten gemeinsam um 19:00 Uhr. Danach ist vieles möglich: Vielleicht streichen wir einen Raum. Oder wir malen ein Transparent. Oder wir diskutieren darüber, was Bildung ist oder Solidarität. Oder vielleicht bauen wir ein Fahrrad. Es gibt Getränke und vielleicht auch Kuchen. Wahrscheinlich sogar ein Abendessen. Wenn du willst, darfst du auch etwas mitbringen. Offen, selbstverwaltet, autonom. Wir gestalten den Abend gemeinsam.

Di, 23.01.24

Solidarität ist das Fundament unserer Arbeit

10⁰⁰ – 12⁰⁰ Uhr
Gassenarbeit, Sennweg 6
Workshop

Menschen mit dem Lebensmittelpunkt auf der Gasse befinden sich in unterschiedlichen, prekären Lebenslagen. Eines haben sie gemeinsam: Sie fallen durch alle Maschen des Sozialstaates. Oft sind wir, die Gassenarbeit Bern, die letzte Stelle, an welche sie sich wenden können. Manchmal sind wir auch wieder die erste Stelle, wo Menschen sich wieder melden können, wenn sie ihre Themen nach langer Zeit bearbeiten wollen. Die Unsichtbaren sichtbar machen, ist ein Ziel unserer Arbeit. Nur weil die Menschen nicht gesehen werden, sind sie trotzdem da. Und zwar mitten in dieser Gesellschaft. Die Tendenz der steigenden Lebenshaltungskosten wird Menschen weiter prekarisieren. In unserem interaktiven Workshop bringen wir dir unsere Erfahrungen aus der Aufsuchenden Sozialen Arbeit näher. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, was solidarisches Handeln als Gesellschaft bedeutet und entwerfen gemeinsam Ideen einer solidarischen Stadt.

Sprache: Deutsch / Der Workshop findet auf Einladung von Transition Bern statt.

Gemeinwohl-Wirkshop

18⁰⁰ – 21⁰⁰ Uhr
DOCK8, Quartierraum Holliger, Holligerhof 8
Wirkshop

Was dich anspricht:

  • Du kriegst manchmal ein mulmiges Gefühl, wenn du Nachrichten zum Zustand unserer Erde und unserer Gesellschaft vernimmst?
  • Du ärgerst dich darüber, dass zu wenig für eine lebenswerte Zukunft unternommen wird?
  • Du möchtest dich damit nicht länger alleine fühlen und jetzt selbst noch aktiver werden?
  • Du suchst nach deinen besten Ideen, was du als nächstes verändern kannst?
  • Du willst dein Leben positiv und freundlich gestalten und Verantwortung tragen?

Dann sei dabei!

Was dich erwartet:

  • Allgemeine Fakten zu ökologischen und sozialen Fragen.
  • Vertiefung in Gruppen zu einem der Themen Konsum, Ernährung, Energie und Mobilität, Mitbestimmung
  • Festlegung der eigenen konkreten Aktion in deinem Alltag.
  • Plan zum Feiern der erfolgreichen Aktionen in wenigen Wochen.

Handeln befreit und zu merken, dass wir viele sind beflügelt. Wir freuen uns auf inspirierenden Austausch unter den Teilnehmenden.

Moderation: Florentin Abächerli.

Der Wirkshop wird organisiert von der Initiative Gemeinwohl Leben des Vereins zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie Schweiz mit dem Netzwerk Nachhaltigkeit im DOCK8.

Dieser Wirkshop ist Teil des Themenfokus «Solidarische Ernährung», organisiert von Transition Bern.

Bürgerkrieg in Frankreich?

19⁰⁰ – 21³⁰ Uhr
Kino in der Reitschule
Diskussion + Video

Der neue Aufstand in den Banlieues: innovative antagonistische Praktiken und Eskalation der repressiven Modelle. Wir diskutieren darüber mit:

Zouina Meddour, Aktivistin aus Le Blanc-Mesnil

Abdelaziz Chaambi, historische Figur der Kämpfe in der Lyoner Banlieue und Gründer der CRI (Koordination gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit)

Atanasio Bugliari Goggia, Autor von Rosso Banlieue (Ombre Corte 2022) und La Santa Canaglia (Ombre Corte 2023)

In Frankreich ist im Juni 2023 in einem Kontext latenter sozialer Konflikte neben der grossen politischen und gewerkschaftlichen Mobilisierung ein neuer Aufstand in den Banlieues ausgebrochen, der sich durch eine starke Radikalität der Praktiken auszeichnet: Enteignungen, Wiederaneignungen, Angriffe auf die Polizei und auf Orte der Macht und des Konsums. Eine nicht zu bändigende Wut strömte aus den Vorstädten in die Stadtzentren und brachte die Bewohner der Arbeiter- und Proletarierviertel auf den Plan, wo die jahrzehntelange neoliberale Politik als Reaktion eine mestizische Subjektivität hervorgebracht hat, die in der Lage ist, ihren Widerstand gegen die ihr auferlegten Lebensbedingungen zu manifestieren und die Richtung ihrer Bedürfnisse und Wünsche von unten zu bestimmen.

Ausgehend von der Sicht der Gäste werden wir versuchen, einige mögliche Interpretationen der politischen Spannungen und der Klassenzusammensetzung, die die französische Gesellschaft kennzeichnen, zu zeichnen.

Die französischen Gäste werden online zugeschaltet. Die Diskussion findet in französischer Sprache statt, mit Simultanübersetzung ins Deutsche. Im Anschluss an die Diskussion werden einige Filmdokumente gezeigt.

Mi, 24.01.24

Ein inklusives Manifest für unsere Stadt!

17³⁰ – 19⁰⁰ Uhr
Heitere Fahne, Dorfstrasse 22, Wabern
Workshop

Komm an die Räuber*innenrunde –wir begrüssen dich zu einem Workshop mit Pizza.

Gemeinsam schreiben wir ein Manifest, das Bern als solidarische Stadt aus einer inklusiven Perspektive skizziert.

  • Was braucht es, um unsere Stadt inklusiver und zugänglicher zu machen?
  • Welche inklusiven Räume und Treffpunkte wünschen wir uns?
  • Wo und wie möchten wir mehr gehört oder gesehen werden?

Zusammen grübeln wir über diese Fragen nach und halten fest, was uns bewegt.

Hast du eigene Ideen oder Wünsche? Komm vorbei und teile sie mit uns!

Danach können wir zusammen eine Heitere Pizza essen.

Was brauche ich von meiner Stadt?
Queer_/feministische, migrantische Stimmen erzählen

18³⁰ Uhr
Progr Kulturpunkt
Gesprächsrunde

Wir alle leben in «unserer Stadt», sie ist unsere Lebenswelt – doch gerade für Frauen, migrantische Menschen, nicht binäre, trans und agender Personen ist die Stadt oft nicht sicher und solidarisch. Die Stadt und ihre (sozialen) Räume sind nicht für sie gebaut, gestaltet und nicht auf ihre Wünsche und Bedürfnisse ausgerichtet. Sie erleben Ein- und Ausschlüsse, Gewalt und Diskriminierung. Dabei spielt Geschlecht eine zentrale Rolle, aber auch z.B. Behinderung, Gesundheit, Alter, Aufenthaltsstatus, Queerness und Elternschaft. Wie können wir unsere Stadt lebenswert und sicher für alle machen? Was brauchen wir? Und wie können wir Solidarität leben? Gesprächsrunde mit …. einer Klimaseniorin, einer Architektin, ein_e queere_r Aktivist_in, einer Geflüchteten.

Do, 25.01.24

Die Rolle der Migrant*innen/Geflüchteten im Arbeitsmarkt und die Diskriminierung, die sie erfahren

18³⁰ – 21⁰⁰ Uhr
Kulturpunkt
Workshop

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung besteht aus Einwandern und Flüchtlinge. Gleichzeitig steigt der Anteil ausländische Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt. In einigen Branchen wie z.B. Reinigung, Gastronomie, Transportwesen, Altenpflege und Bauhauptgewerbe wird die Arbeit vor allem von Migranten*innen getragen.

In der Schweiz lebende Migranten*innen werden häufig mit Situationen konfrontiert wie: Diskriminierung, Mobbing, Marginalisierung, Nichtanerkennung ihrer Berufe und Diplome. In den Niedriglohnbranchen wird die Arbeit hauptsächlich von Migranten*innen durchgeführt.

Als Mitglieder der Unia- und Syndicom-Migrationskommission wollen wir bei dieser Veranstaltung gemeinsam mit allen Oppositionsgruppen über die Probleme, die wir auf dem Arbeitsmarkt erleben, diskutieren und gemeinsame Lösungen finden.

Fr, 26.01.24

radiesli – Solidarische Landwirtschaft aus Worb – Die Wurzeln nach oben strecken!

17⁰⁰ – 18⁰⁰ Uhr
Haus der Bewegungen, Wylerstrasse 5, Raum 07 UG1
Einblick

radiesli - Solidarische Landwirtschaft aus Worb: Die Wurzeln nach oben strecken!

Agroforst, Regenerativer Anbau, Hoftötung, Kartoffelkäfer, Führungen, Hofkinder, Kichererbsen, Preiserhöhung, Kommunikation, Suffizienz und immer wieder "langsam werden". Gemeinsam anbauen und pflegen, gemeinsam ernten und verteilen, gemeinsam austauschen und bestimmen.

Im Input, den Steven, Sarah und Ursina gemeinsam gestalten, wollen wir Einblick gewähren in eine nun bereits mehr als 10 Jahre lang gewachsene Struktur des Gestaltens einer Solawi (Solidarischen Landwirtschaft). Diesen Erfahrungsschatz wollen wir teilen ohne Schwierigkeiten auszublenden. Denn auch mit viel Erfahrung ist jede Saison, jede Woche, jeder Tag wieder voller Herausforderungen, in die wir sehr gerne Einblick geben. Wir wollen Fragen zur Regenerativen Landwirtschaft und dem Prinzip der Solawi klären, von Aktualitäten vom Hof berichten, aber auch Einblick in unsere Organisation und Struktur gewähren.

Dies soll bei weitem nicht nur für Landwirtschafts-Interessierte spannend sein, sondern für Alle, die gemeinsam etwas angehen und bewegen wollen. Sitzungskultur, Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Arbeitsgruppen, Hofgruppe (Operatives auf dem Betrieb) und Betriebsgruppe (Vereinsvorstand), juristische Form(en), Finanzen oder Soziales.

Nach dem Workshop radeln wir natürlich mit einer radiesli-Truppe und vielleicht auch mit dir an der Critical Mass mit. Sei dabei! Kontakt: publique@radiesli.org

Dieser Input ist Teil des Themenfokus «Solidarische Ernährung», organisiert von Transition Bern.

Mit Nachbarschaftsideen Nachbarschaft gestalten

17⁰⁰ – 19⁰⁰ Uhr
Sitzungszimmer Grün, Holligerhof 8
Austausch (mit Kinderbetreuung)

Die Nachbarschaft Güterstrasse-Holligerhof im Holligenquartier verändert sich. Dies stellt einen interessanten Moment dar um bestehende und neue Nachbar*innen zusammenzubringen und in einem Prozess herauszufinden wie im Jahr 2024 vielfältige Nachbarschaftideen gesammelt und umgesetzt werden können. Diese sollen dazu beitragen solidarische Alltagspraxen zu entwickeln. Von Gelegenheiten um sich gegenseitig Kennenlernen, Nutzung vorhandener Ressourcen und Potentialen oder die Gestaltung des Aussenraums soll Diverses möglich sein. Als Grundlage für die Umsetzung von Nachbarschaftsideen dient ein Prozessvorgehen, welches kurz zuvor an einem Workshop mit Nachbar*innen und weiteren Akteur*innen entwickelt wurde. Im Rahmen der Tour de Lorraine wollen wird dieses bei Kaffee, Tee & Kuchen besprechen und anhand von konkreten Ideen durchspielen. Zwischendurch werden wir zudem eine gemeinsame Begehung durch die Nachbarschaft unternehmen.

Während des Austauschtreffens wird eine Kinderbetreuung angeboten.

Auslöffeln der Verkehrssuppe

20⁰⁰ – 22⁰⁰ Uhr
DOCK8, Quartierraum Holliger, Holligerhof 8
Austausch

Anschliessend an die critical mass in Bern (Treffpunkt 18⁴⁵ Uhr Helvetiaplatz) treffen wir uns zu wärmender Suppe und heissen Gesprächen im Quartierraum Holliger. Themen am Abend sind der Widerstand gegen das geplante Autobahnprojekt im Wankdorf (mehr Autobahn und mehr Velo-Umwege), die Kriminalisierung der Critical Mass in Zürich und die Stadtklimainitiative.

Sa, 27.01.24 - Workshop-Tag

11⁰⁰ – 17³⁰ Uhr
Verschiedene Workshops
Kulturzentrum Progr

Die Veranstaltungen finden in verschiedenen Räumen im Kulturzentrum Progr, Waisenhausplatz 30, statt. Treffpunkt und Infopunkt im Erdgeschoss.

Block 1

11⁰⁰ – 12³⁰ Uhr

Alternatives Stadtmodell in Kurdistan:
Stadt Amed (Diyarbakir)

Unser Ziel ist die Umsetzung eines demokratischen, ökologischen, kollektiven und frauenlibertären Sozialmanagementmodells. Ziel ist es, eine Dezentralisierung unter Beteiligung aller Dynamiken der Stadt sowie Bürger, Initiativen und zivilgesellschaftlicher Organisationen sicherzustellen. Unser Hauptprinzip ist, dass die Stadt alle Unterschiede und Transparenz annimmt und darüber entscheidet. In einer sich globalisierenden Welt ist es daher wichtig, lokale Identität und Solidarität mit anderen unterdrückten Teilen der Welt zusammenzubringen.

Dicksein im Gesundheitswesen – Diskussion und Austausch

„Ein Stuhl mit Armlehnen, die viel zu eng sind im Wartezimmer. Autsch, so geht’s los. Naja, ohne den Stress vor dem Termin mitzuzählen. Die Waage im Behandlungszimmer ist mein Endgegner. Nein, ich möchte es nicht wissen, und auch nicht draufstehen. Und dann die Nervosität: muss ich mich rechtfertigen? Werde ich ernst genommen? Wird wieder einmal das zum Hauptthema, obwohl ich gar nicht deswegen hier bin?

Es ist so ermüdend! Ich frage mich, lebe ich in einer sorgenden und solidarischen Stadt? Es fühlt sich nicht so an. Sei es wegen den Blicken, den fehlenden Sitzmöglichkeiten, den Läden in denen mir nichts geht oder wegen dem Gesundheitspersonal, das sich nicht sorgt, sondern sich Sorgen macht. Schliesslich sei mein Gewicht ja wirklich schon gefährlich hoch, meinen sie.“

Dieses Erleben und Erfahren von struktureller Diskriminierung betrifft viele Dicke Menschen. Besonders in Gesundheitskontexten, also dort wo Menschen das Sorgen zum Beruf haben, sind Ungleichbehandlungen und Diskriminierung alltäglich.

Diesen Themen wollen wir uns in einer kollektiven Auseinandersetzung annähern. Die interaktive Diskussionsveranstaltung ist Teil eines Projektes, das eine Broschüre für Betroffene und Gesundheitsfachpersonen zusammenstellt. Konkret wollen wir uns austauschen, Handlungsansätze diskutieren und damit Inhalte erarbeiten, die die Gestaltung der Broschüre unterstützen.

Wir enteignen die Burgergemeinde

Bis 1798 regierte eine kleine Zahl von burgerlichen Familien die Stadt und Republik Bern. 2024 sind diese Burger immer noch da und bestimmen mit über Politik, den Wald und das Wohneigentum unserer Stadt. Haben diese feudalen und patriarchalen Überbleibsel noch Platz in einer modernen Demokratie? Wo liegt der Gemeinnutzen einer Gemeinde von Privilegierten innerhalb der Stadt? Wieso bezahlt eine Berner Schulklasse 200.-, um im Berner Wald einen Orientierungslauf zu organisieren? Wie kauft man sich eigentlich selbst bei den Burgern ein und wer sind denn diese 18'700 Burger, welche solch einen grossen Einfluss auf die Politik der Stadt beanspruchen?

Diese und weitere Fragen stehen in einer offenen Diskussionsrunde zur Debatte, wie auch die Ausarbeitung eines Volksbegehrens zur Einschränkung der Rechte der Burgergemeinde und der Kollektivierung deren Besitzanspruchs auf Grund- und Waldeigentum. Bitten wir also nicht um unsere Rechte, nehmen wir sie uns. (Louise Michelle)

Sorgende Gemeinschaften.
Rassismuskritische Psychische Gesundheit

Im Oktober 2022 ist ein junger Mann in der UPD gestorben. Mehrere Monate lang leidet er unter Psychosen. Nach langer und sorgfältiger Betreuung von Freund*innen, stirbt er allein in der Psychiatrie. Niemensch wird informiert. Diese Person war aus Nord-Afrika und ohne Schweizer Pass.

Die Wut und Trauer um diesen Verlust haben Involvierte und Alliierte zusammengebracht. Wir versuchen gemeinsam zu verstehen, was von dieser Geschichte gelernt werden kann, wie Freund*innen und Angehörigen sich organisieren und einbringen können, damit sich solche Geschichten nicht wiederholen. Aus dieser Auseinandersetzung entstand das «Mental Health Network».

Unser aktuelles Ziel ist ein «Leitfaden beim Begleiten geflüchteter Personen ohne gesicherten Aufenthaltstatus und Sans Papiers mit psychischer Belastung».

Am Workshop möchten wir unser Projekt vorstellen, zum Austausch einladen und gemeinsam Fragen und Antworten diskutieren, die Inhalt der Broschüre sein könnten.

Zudem wünschen wir uns einen Austausch, wie wir die psychische Gesundheit von Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, weiter verbessern können. Uns schwebt beispielsweise der Aufbau eines Netzwerkes von solidarischen Menschen vor, u.a. Menschen mit Psychiatrieerfahrung, Menschen mit Wissen in den Bereichen Recht, Medizin, Beratung und Therapie, Soziale Arbeit etc.

Am Workshop laden wir zu offener Diskussion mit Betroffenen, Alliierten, Fachpersonen und Angehörigen ein.

Solidarisch gegen Isolation in Berner Rückkehrzentren

Wie erreicht die solidarische Stadt Orte, an denen Menschen bewusst isoliert werden?

Im Kanton Bern gibt es derzeit sechs sogenannte «Rückkehrzentren» in denen abgewiesene Asylsuchende untergebracht werden. Die Zentren befinden sich allesamt ausserhalb der Stadt und den Menschen in den «Rückkehrzentren» stehen praktisch keine finanziellen Mittel zur Verfügung. Dadurch ist ihre Mobilität stark eingeschränkt und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wird verunmöglicht. Das Resultat ist die Isolation vom Rest der Bevölkerung. In diesem Workshop wollen wir uns der Frage widmen, wie die solidarischen Strukturen der Stadt ausgedehnt und die Menschen in den «Rückkehrzentren» erreicht werden können. Zusammen mit Bewohner*innen wollen wir darüber diskutieren, wie die solidarische Stadt auf das Land und in die Agglomeration getragen werden kann.

Sprachen: Deutsch, Flüsterübersetzung Englisch, Französisch und ev. weitere Sprachen (Anfragen vor Ort oder an kommunikation@solidaritaetsnetzbern.ch)

Mittagessen für alle von Medina

ab 12³⁰ Uhr

Der Verein Medina, der im September 2019 gegründet wurde, besteht aus freiwilligen Mitglieder*innen. Der Grossteil verrichtet nebst ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit beim Verein Medina noch Lohnarbeit und kommt aus den unterschiedlichsten Berufsrichtungen mit verschiedenen Vorkenntnissen und Erfahrungen. Primär ist das Gemeinschaftszentrum Medina eine niederschwellige Anlaufstelle, bei dem erste Kontakte geknüpft werden können. Durch Beziehungsarbeit und Austausch über vorhandene Bedürfnisse sollen gemeinsame Projekte entstehen, welche von inklusivem Charakter geprägt sind und die Selbstbestimmung der Teilnehmenden fördern. Damit will Medina einen Beitrag zu einer inklusiveren Gesellschaft leisten, in der sich Menschen ohne Vorurteile auf Augenhöhe begegnen können. Medina gestaltet gemeinsam mit allen interessierten Menschen Aktivitäten auf Augenhöhe und arbeitet an der Gestaltung von friedlichen und gerechteren Räumen, in welchen sich Menschen vertrauensvoll begegnen können. Der Verein Medina will damit die kulturelle und soziale Teilhabe aller Menschen fördern.

Block 2

13³⁰ – 15⁰⁰ Uhr

Spurwechsel in der Verkehrspolitik

Der Bund will (nicht nur) in der Region Bern die Autobahn massiv ausbauen. Dagegen hat sich in der Region Bern im Verein Spurwechsel der Widerstand nach der Devise organisiert, Verkehr reduzieren statt Autobahn ausbauen. Der VCS Schweiz hat mit anderen Verbänden und Parteien das Referendum ergriffen gegen den vom Parlament verabschiedeten Autobahn-Kredit. Kommt das Referendum zustande, stimmt die Schweiz 2024 über die Autobahnausbauprojekte ab. Diese Ausbaupläne widersprechen fundamental dem Klimaziel, das sich die Schweiz gesetzt hat. Der Anteil des Verkehrs am CO2-Ausstoss der Schweiz beträgt gut ein Drittel. Der Autobahnausbau ist aber auch teuer und verschlingt wertvolles Kulturland. Zudem ist längst bekannt: Wer Strassen sät, erntet Verkehr. Vertreterinnen des Vereins Spurwechsel und des VCS Bern geben im Workshop Einblick in die Autobahn-Ausbaupläne und diskutieren mit den Teilnehmenden, was gegen den Ausbauwahn unternommen werden kann. www.autobahnwahn.ch

Armut und Ernährung

In der Schweiz sind 8.7% der Menschen von Einkommensarmut betroffen und 14.6% der Menschen von Armut bedroht. Auch eine bezahlte Arbeit ist nicht gleichbedeutend mit einem Leben über der Armutsgrenze. So sind 7.4% der Erwerbstätigen armutsgefährdet. (BFS, Zahlen für 2021) Im Durchschnitt wenden Schweizer:innen 6.5% des Einkommens für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke auf. Liegt das Haushaltseinkommen unter 4'500 Franken sind es bereits 13%.

Was bedeuten diese Zahlen für die Menschen in der Schweiz in Zeiten von steigenden Preisen? Ist eine gesunde und nachhaltige Ernährung in Bern für armutsbetroffene Menschen zugänglich?
Diese Fragen erforschen wir partizipativ mit armutsbetroffenen Menschen als Co-Forschende (vgl. unten). Im Workshop wollen wir einen Einblick in unsere Forschung bieten und den Raum öffnen für Fragen, Diskussionen und Ideen der Teilnehmer:innen.

Wie sieht ein solidarisches Ernährungssystem in Bern aus? Wir sind gespannt auf eure Perspektive und Impulse zu diesem Thema.
Dieser Workshop ist Teil des Themenfokus «Solidarische Ernährung», organisiert von Transition Bern.

Forschungsprojekt «Städte als Triebkräfte nachhaltiger Ernährungssysteme» / «Hauptstadt»-Artikel

Öppe mau Zit – eine inklusive Manifestation!

Wir hauchen unserem inklusiven Manifest in einer Performanceinstallation Leben ein.

Die Performer*innen aus dem Theateratelier der Heitere Fahnevertreten spielerisch die Stadt: Als schräge, ernste, bewegteundinspirierendePolitiker*innen lassen sie das inklusive Manifest lebendig werden und schaffen Raum für Diskussionen.

Erlebe, wie unser Manifest lebendig wird und diskutiere mit!

Sicher? Polizei und Sicherheit

Im Justice4Nzoy Bündnis organisieren sich Nzoy nahestehende Personen mit verschiedenen Einzelpersonen und Gruppen aus der ausserparlamentarischen Linken. Dazu hat sich am 31. Mai 2023 eine Unabhängige Kommission gebildet, die als Aufgabe hat die daran beizutragen die Umstände seines Todes aufzuklären. In diesem Rahmen laden einige Personen des Bündnisses zu diesem Workshop ein. Wir wollen über verschiedene Fälle von Polizeigewalt in Waadt informieren, und auf Basis von diesen einzelnen Fällen, über rassistische Dynamiken in Stadtsicherheit sprechen. Die Frage die wir uns gemeinsam stellen möchten, ist wie eine Sichere Stadt aussieht, wenn wir rassismukritische und queerfeministische Vorschläge seriös nehmen.

Know your rights. Solidarisches Handeln im
Zusammenhang mit Migration und Flucht

Der Workshop richtet sich an Menschen, die geflüchtete Menschen, Sans Papier sowie weitere marginalisierte Menschen in der Schweiz unterstützen wollen. Solidarisches Handeln kann kriminalisiert werden, insbesondere dann, wenn es um Menschen auf der Flucht oder "ausreisepflichtige" Menschen geht.

Am Workshop soll anhand von Fallbeispielen aufgezeigt werden, welche Aktionen strafrechtlich sanktioniert werden können und was die Folgen davon sind. Es sollen auch verschiedene Formen von Unterstützungshandlungen diskutiert werden und es besteht genügend Raum für konkrete Fragen der Teilnehmenden.

Der Workshop wird geleitet von einer im Migrations- und Strafrecht tätigen Berner Rechtsanwältin.

Block 3

16⁰⁰ – 17³⁰ Uhr

ābiro menori – zusammen wohnen

Solidarität im Wohnen zu leben ist machbar und kann wunderschön sein.

Es gibt Menschen, die sich ohne Mühe für eine Wohnung bewerben können. Wenn du zum Beispiel viel Geld und einen Schweizer Pass hast und auf eine bestimmte Art und Weise aussiehst, hast du mehr Chancen eine Wohnung mieten zu können. Viele entsprechen diesen und weiteren Kriterien jedoch nicht. Solidarisches Wohnen ermöglicht Menschen, die diese Möglichkeit nicht bekommen und durch das Asylregime unterdrückt werden, Zugang zu sozialen Netzen und (günstigem) Wohnraum. Solidarisches Wohnen ist eine Möglichkeit, diese Welt ein bisschen fürsorglicher zu gestalten und gemeinsam für eine Gesellschaft zu kämpfen, die gemeinschaftlicher ist.

In diesem Workshop möchten wir in Form eines Postenlaufs Alltag, Rechtliches, Finanzen und Machtverhältnisse besprechen, euch von persönlichen Erfahrungen mit Solizimmern erzählen und gemeinsam Ängste und Hindernisse ansprechen und überwinden.

Der Workshop ist offen für alle: Interessierte, Personen, die unsere Erfahrungen ergänzen möchten oder bereits in solidarischen Wohnstrukturen leben und Personen, die überlegen ein Soli-Zimmer einzurichten.

Brauchst du eine Übersetzung? Schreib sobald wie möglich eine Mail an abiro.menori@systemli.org

Sozial-ökologische Bauwende

In Zeiten der Wohnungsnot heisst es: Wir müssen mehr bauen! Doch die Erstellung, der Betrieb und der Abriss von Gebäuden verursachen 40% des weltweiten Co2-Ausstosses. Das Wissen, wie die Emissionen gesenkt und nachhaltiger gebaut werden könnte, besteht seit langem, doch es wird viel zu wenig angewendet. Andreas vom baubüro in situ und dem Verein Countdown 2030 erklärt, wie es auch anders möglich wäre: Materialien wiederverwenden, mit dem Bestand bauen statt abzureissen und nachhaltige Rohstoffe einsetzen.

Das Argument der ökologischen Effizienz wird vielfach für den Abriss von Gebäuden aus den 1950er, 60er und 70er ins Feld geführt. Die ökologischste Variante sei der Abriss und komplette Neubau des Gebäudes. Dass ein Abriss auch immer drastische Konsequenzen für die Mieter*innen eines Wohnhauses hat, wird selten mitgedacht. Die Mieten sind in diesen Wohnungen häufig tief, denn der Ausbaustandard ist schlecht. Entsprechend wohnen dort vulnerable Personengruppen, die oft von Armut betroffen sind und für die eine Entwurzelung aus dem Quartier auch den Verlust des sozialen Netzes bedeutet. Der Verein Urban Equipe engagiert sich in Zürich für die Demokratisierung der Stadtentwicklung, gegen die Wohnkrise und haben das Beispiel der Siedlung Bergacker in Zürich-Affoltern aufgearbeitet.

Auch in Bern gibt es solche Beispiele: Die Häuser an der Bahnstrasse 59 und 79 in Holligen sollen zwar nicht abgerissen, doch aber totalsaniert werden, weshalb allen Mieter*innen gekündigt wurde. Über 100 Mietende müssen sich – teilweise nach Jahrzehnten in derselben Wohnung – ein neues Zuhause suchen. Sie finden kaum eine Wohnung im Quartier, obwohl in unmittelbarer Umgebung viele neue Genossenschaftswohnungen geschaffen werden. Doch es regte sich der Protest: Einige Mieter*innen starteten im Frühling eine Petition und wandten sich an die Medien. Am Protest beteiligte Personen erzählen am Workshop von ihren Erfahrungen.

Am Workshop werden wir gemeinsam darüber diskutieren wie ein sozial und ökologisch nachhaltige Bauwende aussehen könnte, welche Aktivitäten bereits laufen und wie wir uns besser vernetzen und gemeinsam engagieren können – gegen Verdrängung, Abrisswahn und für das Recht auf Wohnen!

Hör dir als Einstimmung gerne den Rabe Info-Beitrag an.

Reproduktive Gerechtigkeit im Fluchtkontext

«Reproduktive Gerechtigkeit» verbindet reproduktive Rechte und Gesundheit mit sozialer Gerechtigkeit. Das Konzept stammt ursprünglich aus den USA, wo PoC und andere marginalisierte Gruppen die strukturellen Bedingungen und den effektiven Zugang zum Gesundheitssystem in den Fokus rückten. Bei «Reproduktiver Gerechtigkeit» geht es nicht nur um das Recht, Eltern zu werden oder eben auch nicht, sondern zusätzlich auch um das Recht, Kinder unter sicheren und gesunden Lebensbedingungen aufzuziehen.
Ausgehend von unserem Forschungsprojekt REFPER – Reproduktive Gesundheit. Die Perspektive geflüchteter Frauen in der Schweiz (BFH) wollen wir die Bedingungen im Asylkontext und deren Einfluss auf die Frauengesundheit und Elternschaft im Fluchtkontext diskutieren.

Apartheidfreie Zone (AFZ) – eine sehr dynamische Kampagne

Apartheid, so inakzeptabel in Südafrika im 20. Jahrhundert, so inakzeptabel heute in Israel.

Apartheidfreie Zone ist eine internationale Kampagne, die die Verbindung zwischen unterschiedlichen Formen der Unterdrückung herstellt. In der frankophonen Schweiz nehmen schon über 90 Kollektive und kulturelle Orte daran teil.

Die Erklärung zu einer Apartheidfreien Zone ist ein deutliches Signal und beinhaltet das Engagement für gleiche Rechte aller Menschen. Es werden Räume der internationalen proaktiven Solidarität geschaffen, wo Rassismus (einschliesslich Antisemitismus und Islamophobie), Diskriminierung, Herrschaft und Unterdrückung ausgeschlossen sind. Wir informieren über Konzerne und Institutionen, die mit dem israelischen Apartheidregime zusammenarbeiten, und rufen zu deren Boycott auf.

Wir setzen Zeichen für die Gleichberechtigung aller Einwohner*innen, in Israel/Palästina und überall, unabhängig ihres ethnischen, religiösen oder kulturellen Hintergrundes, ihres Geschlechtes oder sexuellen Orientierung.

Nach dem Beispiel der internationalen Solidarität, die am Sturz des Apartheidregimes in Südafrika beteiligt war, sind wir solidarisch im Kampf, der dem Apartheidregime in Israel ein Ende setzen wird.

Globale Module (glomos) als Alternative zum teuren, ausgrenzenden, kriegerischen Nationalstaat

Anhand des Models der glomos von Neustart Schweiz, dem Prinzip der Commons (Gemeingüter) und einem Verständnis für Bioregionalismus gestalten wir die verschiedene Ebenen von Gesellschaften von unten nach oben und erkennen das Potential neuer, nachbarschaftlicher, kommunaler, regionaler und globaler Formen strukturierten Zusammenlebens.

Der Workshop wird durchgeführt von Neustart Schweiz und ist Teil des Themenfokus «Solidarische Ernährung», eingeladen von Transition Bern. Leitend: Michael Baumgartner, Vorstandsmitglied Neustart Schweiz, Sozialgestalter und Erwachsenenbildner.

Workshop-Tag – Nebenveranstaltungen

11⁰⁰ – 17³⁰ Uhr
Kulturzentrum Progr, Infoecke

Mapping für alle!

Wir mappen eine solidarische Stadt Bern. Gemeinsam gestalten wir zwei

Karten von Bern: eine, die bereits existierende solidarische Orte zeigt, und eine, die solidarische Orte repräsentiert, welche wir uns für die Zukunft wünschen.

Welche Orte berühren dich? Welche Orte wünschst du dir?

Die Karten entwickeln sich während der Tour de Lorraine an verschiedenen Veranstaltungen. Sie sollen von den Besuchenden erstellt werden und die Möglichkeit bieten, Gehörtes, Gesehenes und Gedachtes im Mapping zu verarbeiten. So kreieren wir gemeinsam eine solidarische Karte von Bern.

Am 27. Januar gibt es abschliessend im PROGR von 11:00 Uhr bis 17:30 Uhr - vor und nach den Workshops - die Möglichkeit, solidarische Orte zu mappen. Dies kann selbstständig, aber auch angeleitet geschehen. Entdecke mit uns die vielfältigen Facetten unserer solidarischen Stadt.

Verein Haus der Bewegungen – einen Ort für Austausch und solidarisches Miteinander schaffen

Trotz der Relevanz dieser Orte gibt es in vielen Städten, wie auch in der Stadt Bern, kein ausreichend kollektiv nutzbares Raumangebot. Das Kirchgemeindehaus Johannes im Breitsch hätte das Potential, diesem Engpass entgegenzuwirken und zu einem Ort der Vernetzung zu werden. Denn der Verein Haus der Bewegungen bewirbt sich für die Übernahme dieses Hauses, mit dem Ziel durch das Zusammenkommen in diesem Haus beschleunigend auf den gesellschaftlichen Wandel zu wirken. So soll ein Ort entstehen, an dem Möglichkeiten für Austausch, nachhaltigen Aktivismus und praktische Solidarität zwischen Menschen entstehen können. Um dieses Ziel zu realisieren werden im Verein Themen transparent diskutiert und für alle Interessierten zugänglich gemacht: Struktur, Bezahlung, persönliche Auslastung, gegenseitige Fürsorge, etc.

Für mehr Informationen ist der Verein Haus der Bewegungen den ganzen Tag lang im PROGR anwesend. Die Idee rund um den Erwerb des Hauses sowie zahlreiche weitere Themen laden zu Austausch und Diskussion ein.

So, 28.01.24

Soli-Brunch im Löscher

10⁰⁰ – 14⁰⁰ Uhr
Restaurant Löscher, Viktoriastrasse 70
Brunch

Lasst uns gemeinsam ein Brunchbuffet mit regionalen Leckereien geniessen: Transition Bern und der Löscher organisieren am Sonntag ein regionales Brunchbuffet mit Infoständen. Es sind alle herzlich willkommen.

Der Brunch wird unterstützt von verschiedenen Berner (Ernährungs-)Initiativen. Ihr könnt euch vor Ort zu den folgenden Initiativen informieren: Bern Unverpackt, Blumenkohlektiv Kleine Allmend, Ernährungsforum Bern - Arbeitskreis QUAFOOD, Güter Foodcoop, Kooperation Feldmoos, Pflanzenbrocki, Stiftsgarten, SoLaWis: radiesli,TaPatate!

Dieser Workshop ist Teil des Themenfokus «Solidarische Ernährung», organisiert von Transition Bern.

Haus der Bewegungen – VV mit offenem Plenum

14⁴⁵ – 18⁰⁰ Uhr
KGH Johannes, Wylerstrasse 5, Grosser Saal
Offenes Plenum

Trotz der Relevanz dieser Orte gibt es in vielen Städten, wie auch in der Stadt Bern, kein ausreichend kollektiv nutzbares Raumangebot. Das Kirchgemeindehaus Johannes im Breitsch hätte das Potential, diesem Engpass entgegenzuwirken und zu einem Ort der Vernetzung zu werden. Denn der Verein Haus der Bewegungen bewirbt sich für die Übernahme dieses Hauses, mit dem Ziel durch das Zusammenkommen in diesem Haus beschleunigend auf den gesellschaftlichen Wandel zu wirken. So soll ein Ort entstehen, an dem Möglichkeiten für Austausch, nachhaltigen Aktivismus und praktische Solidarität zwischen Menschen entstehen können. Um dieses Ziel zu realisieren werden im Verein Themen transparent diskutiert und für alle Interessierten zugänglich gemacht: Struktur, Bezahlung, persönliche Auslastung, gegenseitige Fürsorge, etc.

Für mehr Informationen lädt der Verein Haus der Bewegungen zur Vollversammlung (VV) mit offenem Plenum ein. Die Idee rund um den Erwerb des Hauses sowie zahlreiche weitere Themen laden zu Austausch und Diskussion ein.

Ernte teilen

19⁰⁰ Uhr
KGH Johannes, Wylerstrasse 5, Grosser Saal
Film

Von Philipp Petruch / DE: 2023, 81 Minuten, Sprache Deutsch (UT: Englisch/Spanisch), Drehorte: Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Eine filmische Reise zu den Pionier*innen der Agrarwende. Die Landwirtschaft steckt heute in einer gewaltigen Krise. Wir brauchen, neue Konzepte und Ideen, um unser Essen saisonaler, regionaler, ökologischer und fairer zu produzieren und zu konsumieren. Die Solidarische Landwirtschaft setzt genau das um und zeigt, dass es Lösungen gibt und Wege jenseits von Umweltzerstörung und Profitgier möglich sind.

Eine filmische Reise zu den Pionier:innen der Agrarwende. Die Landwirtschaft steckt heute in einer gewaltigen Krise. Wir brauchen, neue Konzepte und Ideen, um unser Essen saisonaler, regionaler, ökologischer und fairer zu produzieren und zu konsumieren. Die Solidarische Landwirtschaft setzt genau das um und zeigt, dass es Lösungen gibt und Wege jenseits von Umweltzerstörung und Profitgier möglich sind. “ERNTE TEILEN” erzählt die Geschichte von Landwirt:innen, die dem Wachstumszwang unseres Systems etwas entgegensetzen und aus den Strukturen der konventionellen Landwirtschaft ausbrechen. Filmemacher und Aktivist Philipp Petruch begibt sich mit dem Film auf eine Reise zu drei SoLaWi-Initiativen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Sie verbindet ein klares Ziel: Mit Hilfe von Gemeinschaften schaffen sie einen lokalen Versorgungskreislauf nach den Werten von Ökologie und Gemeinwohl. Mit Mut, Gemeinschaftssinn und einem neuen Verhältnis von Konsument und Produzent können wir die Landwirtschaft verändern. Und ein kleines Stück die Welt. www.ernteteilen-der-film.de

Es werden auch Solawi-Vertreter*innen anwesend sein. Nach dem Film gibts noch Gelegenheit für Austausch und Gespräche mit Menschen, die in Solawi-Betrieben mitarbeiten (radiesli, TaPatate!, Feldmoos, Setzhouz).

radiesli - https://www.radiesli.org/

TaPatate! - https://www.tapatate.ch/de/index.html

Feldmoos - https://feldmoos.be/

Setzhouz - https://setzhouz.ch/

Solawi Kooperationsstelle - https://www.solawi.ch/

Die Filmvorführung ist Teil des Themenfokus «Solidarische Ernährung», organisiert von Transition Bern.