Skip to main content

Tour de Lorraine 2022 - Köpfe und Herzen dekolonisieren

Wie wirken sich rassistische Strukturen und koloniale Denkweisen aus? Was machen sie mit mir, mit dir, mit unserem Alltag und unseren Beziehungen? Wie können wir uns gegenseitig bestärken im Widerstand gegen den rassistischen Normalzustand? Wie verlaufen antikoloniale Kämpfe in anderen Regionen der Welt? Und was heisst das für die Schweiz?

Die Tour décolonial 2022 beleuchtet mit Lesungen, Performances, Filmen und Diskussionen Rassismus und die Nachwirkungen der kolonialen Verstrickungen in der Schweiz und anderswo. Unsere Veranstaltungen finden vom 14. Januar bis zum 29. Januar 2022 statt.

Alle Veranstaltungen mit 2G und Maske. Wir bemühen uns, einige der Veranstaltungen zu filmen, um sie nachträglich für alle zugänglich zu machen.

Spannende Texte zum Thema finden sich im «antidotincl. N°33», dem Heft zur tour décolonial 21 (kann auch bestellt werden unter tdl@tourdelorraine.ch).

Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation haben wir die Soliparty auf den (voraussichtlich) 25. Juni 2022 verschoben. Der Termin steht noch nicht ganz fest.

PS: Das  (und vieles mehr) war die Tour décolonial 2021 (Doku auf Youtube, 5 Min.)

Alle Veranstaltungsräume sind rollstuhlgängig.  Unsere Raumpolitik findest du  hier und ein Angebot zur Unterstützung und Kontakt zur Awareness-Gruppe  hier.

Die Veranstaltung vom 14.1.22 zu dekolonialer Ökologie mit Malcom Ferdinand u. a. wird bald hier online zugänglich sein.
The event of 14.1.22 on decolonial ecology with Malcom Ferdinand and others will soon be accessible online here.

Samstag, 22. Januar 2022, 14:00 bis 16:30 Uhr

Progr, Raum für Erlesenes, Speichergasse 4/ Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

Kids-Workshop mit Maimuna Kinteh

Rassismuskritischer Nachmittag für Kinder von 12 bis 15 Jahren

Was ist Alltagsrassismus? Was bedeutet Eurozentrismus und was sind eigentlich Privilegien? Diese Themen werden wir am Rassismusnachmittag gemeinsam anschauen und besprechen. Wir werden Auszüge aus Büchern lesen sowie Rassismus im Schulzimmer aufdecken und kritisch hinterfragen. Du wirst die Möglichkeit haben, eigene Erfahrungen zu besprechen und anderen Kindern zuzuhören.

Wenn du zwischen 12 und 15 Jahre alt bist und mehr über Rassismus erfahren möchtest oder selber schon rassistische Erfahrungen machen musstest, bist du herzlich willkommen, am Workshop teilzunehmen!
Die Plätze sind auf 15 Teilnehmer:innen beschränkt.

Anmeldung hier.

Ich freue mich auf dich!
Maimuna Kinteh
 

Anschliessend:

Samstag, 22. Januar 2022, 16:30 bis 18:00 Uhr

Progr, Raum für Erlesenes, Speichergasse 4/ Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

«mir sind Alli glich» – öffentliche Vernissage

mit Bildern und Texten von 7.-9.-Klässler:innen der Volksschule Lorraine

Montag, 24. Januar 2022, 20:00 Uhr

Kino Reitschule

Dokumentarfilm mit anschliessender Diskussion auf Deutsch, Flüsterübersetzungen in mehrere Sprachen

Les coups de leurs privilèges

Sabrina Aït-Chebib (2017), Französisch; Untertitel d, 54 Min.

Jedes Jahr sterben in Frankreich zwischen zehn und fünfzehn unbewaffnete Menschen während oder nach einer Polizeikontrolle. Die meisten dieser Morde sind rassistisch motiviert. Die betreffenden Polizeibeamten werden nur selten vor Gericht gestellt, und wenn, dann erhalten sie höchstens eine symbolische Strafe, die sich nicht auf ihre berufliche Laufbahn auswirkt.

Der Film enthüllt sowohl eine historische Kontinuität rassistischer Polizeigewalt, würdigt aber auch die migrantischen Kämpfe, die seit den 1960er Jahren bis heute zu diesem Thema stattgefunden haben, und zeigt, wie sich die Familien der Opfer und ihre Communities gemeinsam organisieren und wehren.

 

Nach dem Film beleuchten wir die Situation in der Schweiz und diskutieren, wie wir uns gemeinsam besser gegen rassistische Polizeigewalt organisieren können. Wir wollen einen Raum für Erfahrungsaustausch und Vernetzung schaffen, um Antworten auf diese Gewalt zu entwickeln, uns für künftige Kämpfe zu stärken und Betroffene solidarisch zu unterstützen.

Teilnehmende (u. a.):

Armelle Ako (Allianz gegen Racial Profiling)
Mohamed Wa Baile (Allianz gegen Racial Profiling; SSOA)
Helena Müller (Kampagne Justice4Nzoy; Exit Racism Now!)
Vertretende von StopIsolation und Support-Gruppe Mehdi

Info:
Podcast-Gespräch auf diasboah.ch zum Tod von Nzoy mit Evelyn Wilhelm, der Schwester von Nzoy.
Bericht anlässlich der brutalen Verhaftung von Mehdi in Bern im Juni 2021

Dienstag, 25. Januar 2022, 20:00 Uhr

Tojo Reitschule
Reservation hier (herunterscrollen bis zum Anlass); beschränkte Plätze an der Abendkasse; Kollekte

Performance

THE WHISPERS

In English and German

The Whispers is a solo physical performance based on life experiences as black man living in Switzerland and the expectations being black. It brings a personal journal of colonialism to life. It’s a response to the colonial perspective of being black. Using personalized ways of storytelling (the embodiment and physicalization of language poetry), music and movement. The actor, journalist, theater director, and dancer Mbene Mwambene traces his family history. Asking, is a modern Black man free to choose who he becomes? What does it mean to decolonize yourself when living in Europe? What does it mean to have a name?

Text and concept: Mbene Mwambene; director: Ntando Cele

 

Auf Englisch und Deutsch

The Whispers (Das Geflüster) ist eine Solo-Performance über die Lebenserfahrungen eines Schwarzen Mannes in der Schweiz und die stereotypen Erwartungen, die mit Schwarzsein verknüpft werden. Das Tagebuch einer Kolonialisierung wird lebendig. The Whispers ist eine Antwort auf koloniale Perspektiven des Schwarzseins. Der Schauspieler, Journalist, Regisseur und Tänzer Mbene Mwambene zeichnet mit personalisierten Methoden des Storytelling (der physischen Umsetzung von Sprachpoesie), mit Musik und Bewegung seine Familiengeschichte nach. Er fragt: Kann ein moderner Schwarzer Mann frei wählen, wer er werden möchte? Was bedeutet es, sich zu dekolonisieren, wenn man in Europa lebt? Was bedeutet es, einen Namen zu haben?

Text und Konzept: Mbene Mwambene; Regie: Ntando Cele

Donnerstag, 27. Januar 2022, 18:30 Uhr

Kino Reitschule, KEINE RESERVATION MÖGLICH

Spielfilm

Lumumba

Raoul Peck (2000) Französisch, lokale Sprachen; Untertitel d/f, 112 Min.

In seinem Spielfilm rekonstruiert der aus Haiti stammende Raoul Peck die dramatischen Umstände und politischen Intrigen, die 1961 in der Ermordung des ersten Premierministers des gerade unabhängig gewordenen Kongos gipfelten. Das Schicksal Patrice Lumumbas, der legendären, ja fast mythischen Figur im Prozess der Dekolonialisierung Afrikas, wird zu einem Schlüssel für das Verständnis der politischen Wirren im heutigen Kongo und der wirtschaftlichen Interessen, die den Krieg im Gebiet der Grossen Seen bis heute am Laufen halten.

Donnerstag, 27. Januar 2022, 21:00 Uhr

Kino Reitschule, KEINE RESERVATION MÖGLICH

Dokumentarfilm

Das Kongo-Tribunal

Milo Rau (2017), Swahili, Lingála, Französisch, Deutsch, Englisch; Untertitel e/d/f, 100 Min.

Seit den späten 1990er-Jahren hat der Kongokrieg bereits über 6 Millionen Tote gefordert. Die Bevölkerung leidet unter einem Zustand völliger Straflosigkeit, die Verbrechen des Krieges wurden nie juristisch verfolgt. Viele sehen in dem Konflikt eine der entscheidenden wirtschaftlichen Verteilungsschlachten im Zeitalter der Globalisierung, liegen hier doch die wichtigsten Vorkommen zahlreicher Hightech-Rohstoffe.
Für «Das Kongo-Tribunal» gelingt es Milo Rau die Opfer, Täter*innen, Zeug*innen und Analytiker*innen des Kongokriegs zu einem einzigartigen zivilen Volkstribunal im Ostkongo zu versammeln. Er lässt erstmals in der Geschichte des Krieges drei Fälle exemplarisch verhandeln und entwirft ein unverschleiertes Porträt des grössten und blutigsten Wirtschaftskriegs der Menschheitsgeschichte.

Rede von Milo Rau in der WOZ vom 6. Januar 2022

X Freitag, 28. Januar 2022
18:00 Uhr - Welcome / Empfang
18:30 Uhr - Start
20:30 Uhr - Shared dinner / Gemeinsames Essen

DER ANLASS WIRD VERSCHOBEN

THE EVENT IS POSTPONED

Living Room, Moserstrasse 30, 3014 Bern

Reading session and discussion in small & diverse groups

The Manioca People’s School reads Decolonial ecology

POSTPONED UNTIL FURTHER

Main language: English, with creative and solidary translation in French, German and Arabic. Short texts available in these 4 languages.

This night Manioca People's School – a project of Living Room - kicks off it's first discussion. Manioca People's School practices self-organized and liberatory learning and empowerment. Learning can happen in many ways, including through art, poetry, music, and all forms of knowledge and expertise are valued. For its inauguration, we propose to explore together the ways in which structural racism, colonialism and nature are interrelated and part of our everyday lives. In order to sharpen our minds and stimulate the dialogue, we will read in small groups a selection of short texts from the book A Decolonial Ecology: Thinking from the Caribbean World by Malcom Ferdinand (see Auftaktveranstaltung 14.01). We hope that people from all educational backgrounds will participate, no prior knowledge is required! Texts will be available in four languages (Arabic, English, French and German). The evening ends with a shared meal.

We aim to form a highly diverse group that is limited to 20 people in total. If you are interested, please let us know by writing an e-mail to malana.rogersbursen@gmail.com

Lektüre und Diskussion in kleinen gemischten Gruppen

Die Manioca People’s School liest Dekoloniale Ökologie

AUF UNBESTIMMT VERSCHOBEN

Hauptsprache: English, mit kreativen und solidarischen Übersetzungen auf Französisch, Deutsch und Arabisch. Texte in diesen 4 Sprachen vorhanden.

Heute Abend startet die Manioca People's School – ein Projekt des Living Room – mit ihrer ersten Diskussion. Die Manioca People's School setzt auf selbstorganisiertes und freies Lernen und Empowerment. Lernen kann auf vielerlei Art und Weise geschehen, unter anderem durch Kunst, Poesie und Musik, und alle Formen von Wissen und Expertise werden wertgeschätzt. Zur Eröffnung der Schule schlagen wir vor, gemeinsam zu erforschen, wie struktureller Rassismus, Kolonialismus und Natur miteinander verbunden und mit unserem Alltag verknüpft sind. Um unseren Geist zu schärfen und den Dialog anzuregen, werden wir in kleinen Gruppen eine Auswahl kurzer Texte aus dem Buch Eine dekoloniale Ökologie von Malcom Ferdinand lesen (siehe Auftaktveranstaltung der Tour décolonial am 14.1.). Wir hoffen, dass Menschen aus allen Bildungsschichten teilnehmen werden, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich! Die Texte werden in vier Sprachen zur Verfügung stehen (Arabisch, Englisch, Französisch und Deutsch). Der Abend endet mit einem gemeinsamen Essen.

Wir wünschen uns eine bunt gemischte Gruppe, die auf insgesamt 20 Personen begrenzt ist. Wenn du Interesse hast, schreib uns bitte eine E-Mail an malana.rogersbursen@gmail.com

Samstag, 29. Januar 2022, 14:00 bis 18:00 Uhr

NEU: DER EVENT FINDET NUN IM LIVING ROOM STATT!
NEW! The event will now take place in the Living Room, Moserstrasse 30, 3014 Bern

Film und Austausch

Schwarze Schweiz Online-Archiv

Für Schwarze Menschen, family and friends

Das Schwarze Schweiz Online-Archiv (SSOA) ist ein digitales Archiv, das die Repräsentation von Schwarzen Menschen hervorhebt – aber es ist mehr als das. SSOA will Schwarze Communitys zusammenbringen, um sich gegenseitig zu unterstützen und unsere Leistungen zu würdigen. Komm mit Freund*innen und Familie, wir möchten den Film «Rafiki» gemeinsam geniessen.

Black Switzerland Online Archive (BSOA) is a digital archive that celebrates Black representation – but it’s also more than that. BSOA seeks to bring Black communities together to support each other and celebrate our achievements. Come with your friends and your family to enjoy the film «Rafiki» together.

Samstag, 29. Januar 2022, 20:00 Uhr

Tojo Reitschule
Reservation hier (herunterscrollen bis zum Anlass); beschränkte Plätze an der Abendkasse; Kollekte

Hurrah Hurriya!

Donya Speaks, Jiwan Alkhalil, Raphael Burger und Special Guests

Eine Auseinandersetzung mit der arabischen Sprache und der Bewegungsfreiheit im physischen, gedanklichen und politischen Sinn zwischen der Schweiz und Tunesien

Obwohl Worte wie Habibi, Baba oder Wallah ihren Weg in die hiesige Jugendsprache fanden, bleibt für viele Schweizer*innen Arabisch fremd und wird mit Islamismus und Gewalt in Verbindung gebracht. In Hurrah Hurryia! spielen Donya Speaks und ihr Team mit dieser Stigmatisierung und setzen sich ihr entgegen: Es entsteht ein Abendprogramm mit einer performativen Lesung, Tanz, Musik und Live-Malerei.

Als Teil des Abendprogramms Hurrah Hurryia! zeigt Donya Speaks, Theater- und Tanzschaffende aus Bern, ihr Kurzstück «Bis zum Ende des Regens». Darin widmet sich Donya den arabischen Gedichten ihres in Tunesien lebenden Onkels, Amor Sbika, und dem Kontrast ihrer beiden Lebenswelten. In Zusammenarbeit mit interdisziplinären Künstler*innen setzt sie sich dabei mit dem Begriff der Bewegungsfreiheit auseinander und stellt die Gedichte – als Fenster für geistige Erkundigungen – dem physischen Raum gegenüber. Sie erforscht die Wechselwirkungen zwischen Mobilität und Immobilität und schlägt eine Brücke zwischen der körperlichen Beweglichkeit und der Bewegungsfreiheit im sozialpolitischen Kontext zwischen Europa und Nordafrika

Trailer «Bis zum Ende des Regens»

Mehr Infos: donyaspeaks.com