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Auftaktveranstaltung der Tour décolonial

Podiumsdiskussion

Freitag, 30. April 2021, 19:30 Uhr

Online übertragene Podiumsdiskussion aus dem Tojo

auf Englisch / in English / en anglais
Live Stream (Aufzeichnung / recording, 105 Min.)
interaktiv per Zoom  mit deutscher Simultanübersetzung
participation interactive en Zoom / traduction simultanée en français
interactive participation with Zoom/ simultaneous translation of the welcoming address from German into English


Jonas Van Holanda. Jonas Van Holanda ist queerer antikolonialer Künstler aus dem Nordosten Brasiliens.
Vanessa Thompson. Internationale Unabhängige Kommission zur Aufklärung der Wahrheit über den Tod des Oury Jalloh // Copwatch FFM
Noor Alamery.
Izabel Barros (Moderation). Berner Rassismus Stammtisch; cfd

A LUTA CONTINUA!

  • Es ist Gewalt.
    • Was meinst du?
  • Eben, all das. Nord und Süd, die Einen und die Anderen. Dass die Einen es sich einfach mit Gewalt nehmen.
    • Was nehmen?
  • Alles. Es sich einfach nehmen, weil sie denken, sie dürften das. Alles einfach nehmen. Von denen, die sie zu den «Anderen» machen. Von denen, die für sie keinen Wert haben. Von der ganzen Welt. Sie schlagen Wunden in die Umwelt und vergiften das Grundwasser. Sie nehmen die Rohstoffe und bringen den Müll zum Sortieren wieder zurück. Sie nehmen sich die Freiheit hinzureisen, wo sie wollen, und sich dort wie Herrscher*innen aufzuführen. Sie nehmen anderen die Freiheit hinzureisen, wo sie wollen, und sich dort wie Menschen zu fühlen. Für sie ist das Mittelmeer ein Badeplausch. Für andere ein Massengrab.
    • Ja, das stimmt schon.
  • Das Agassizhorn ist die Spitze des Eisbergs, auf dem die Schweiz gebaut ist.
    • Haha.
  • Was lachst du?
    • Das Bild geht nicht auf. Der Berg kann nichts dafür.
  • Aber die, die ihn so genannt haben? Nach einem renommierten Schweizer Gletscherforscher, der Rassentheorien anhing und intellektueller Wegbereiter der Nazi-Ideologie war?
    • Ach, weisst du, wir sind alle genauso ein Teil dieses Ganzen und tragen dazu bei.
  • Wie meinst du das?
    • So, wie ich es sage: Wir sind sie und sie sind wir.
  • Wie?
    • Wenn wir lernen, uns als Teil des Problems zu sehen, wenn wir Verantwortung für unser Handeln oder Nichthandeln übernehmen, wenn wir unsere Privilegien anerkennen, nutzen und abgeben, wenn wir uns der Herrschaft verweigern, dann können wir auch ein Teil der Lösung werden und dann kann sich etwas verändern.
  • Ich frage mich, ob Veränderung überhaupt möglich ist.
    • Ich denke, es ist möglich – nein, ich weiss es.
  • Wie kannst du dir da so sicher sein?
    • Allen Formen von Gewalt wurde und wird immer mit Widerstand geantwortet. Es gibt Menschen, die trotz allem leben, lieben und die Welt neu gestalten. Das können wir alle tun, alle auf unsere Weise. Dann gibt es trotz unserer Unterschiede kein «Anderen» mehr, keine Unterteilung in «sie» und «wir», sondern nur noch uns. Verstehst du?
  • Nein. Aber ich denke darüber nach.

Das Unsichtbarmachen von Schwarzen Menschen, People of Color und von Menschen mit Migrationsgeschichte, das Verleugnen ihrer Realitäten, ihres Wissens und ihres Widerstands in der Schweizer Geschichtsschreibung und Gegenwart, die Dehumanisierung geflüchteter Menschen durch das europäische Grenzregime, die Militarisierung der Sicherheitspolitik, Racial Profiling und das schweizerische Migrationsregime – alle diese Gewaltformen sind ineinander verschränkt. Durch sie setzt sich das koloniale Projekt fort, das sich als Vorherrschaft eines weissen, kapitalistischen, ableistischen, cisheteronormativen und rassistischen Patriarchats bis heute global auswirkt und in dem wir uns alle verorten müssen.

Der Begriff des «kolonialen Projekts» verdeutlicht, dass Gewalt kein zufälliger Kollateralschaden war, sondern untrennbar mit der europäischen Expansion einherging. Die Betroffenen haben dafür ihre eigenen Bezeichnungen geprägt: Menschen des afrikanischen Kontinents und seiner Diaspora den Begriff der Maafa für Genozid, Versklavung, Kolonialismus und den Widerstand dagegen, jüdische Menschen den der Shoa für den millionenfachen systematischen Völkermord durch Nazis, Palästinenser*innen den Begriff der Nakba für ihre Vertreibung im Jahr 1948 und den Beginn von Kolonisierung und Apartheid. Sinti*ze und Rom*nja wählten die Bezeichnung Samudaripen für den an ihnen verübten Völkermord unter dem Nazi-Regime.

Mit dem Netz der kolonialen Kontinuitäten und ihren gewaltvollen Ausprägungen gehen jedoch immer auch verschiedene Formen des Widerstands einher. Die Funktionsweise dieses kolonialen Projekts darf demnach nicht ohne die Geschichten jener Menschen verstanden werden, die sich dagegen organisiert, gekämpft und Widerstand geleistet haben und dies bis heute tun. Menschen, die trotz aller Widrigkeiten lieben, leben und überleben. Sie schaffen antikoloniale Perspektiven und entwickeln Alternativen, welche die kolonialen Machtverhältnisse aufbrechen und neu verhandeln sollen.

Die Auftaktveranstaltung der Tour décolonial will diesem Widerstand Räume schaffen. Aus Widerstand werden Widerstände, da möglichst viele Perspektiven und Ebenen betrachtet, diskutiert und verbunden werden. Dabei wollen wir die Geschichte(n) und Realität(en) des Widerstands ins Zentrum stellen, Machtstrukturen sichtbar machen und in einem globalen Kontext von Gerechtigkeit verstehen. Die damit verbundene Sichtbarmachung der unzähligen Akte des Widerstands ermöglichen einen verändernden Blick auf Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Dieser neue Blick soll eine kritische und nachhaltige Auseinandersetzung der zuhörenden Personen mit eigenen Privilegien ermöglichen und sie dazu inspirieren, Auseinandersetzung wirksam in kollektive Handlungen umzusetzen.

Dazu gehört, sich der Kontinuitäten des kolonialen Projekts und der eigenen Position darin bewusst zu werden und die daraus folgenden Machtdynamiken auch innerhalb von Widerstandsbewegungen zu erkennen, anzusprechen und Prozesse zum Aufbrechen dieser Dynamiken zu initiieren. Dadurch wird die Vereinigung von verschiedenen emanzipatorischen Bewegungen und Allianzen miteinander denk- und fühlbar: Aus Widerständen soll Widerstand werden, der verschiedene emanzipatorische Kämpfe und Perspektiven vereint und die Transformation der Gesellschaft vorantreibt.

Das genaue Ziel und die Form des gemeinsamen Widerstands können wir, wie Angela Davis hervorhebt, noch gar nicht kennen, uns fehlen einige Begriffe, Denk- und Handlungsweisen, um diese kommende konkrete Realität fassen und beschreiben zu können. Wir benötigen neue, gemeinsame Sprachen dafür. Wir kennen die Richtung des Ziels, wir kennen seine Konturen, die sich durch ständige kritische Selbstreflexion, durch jeden Akt des Widerstands verwandeln, um die koloniale Realität zu irritieren und eine dekoloniale Realität zu formen. Für diesen Weg ist antikoloniale Arbeit in all ihren Formen essenziell. Als zentrale Kraft des Widerstands schenkt sie uns Bilder, Worte, Bewegungen, Formen, welche uns die Kraft geben, das Gegenwärtige zu verändern und das Kommende zu erträumen und neu zu gestalten.

Diese Auftaktveranstaltung soll zu einem Akt des gemeinsamen Widerstands beitragen, der es uns allen ermöglicht, Konturen antikolonialer Utopie neu zu denken und sie klarer zu sehen.

Text: AG Inhalt der Tour de Lorraine 2021

Poetry of Color

Samstag, 1. Mai 2021, 22:00 Uhr (Türöffnung 21:30 Uhr)

Anmeldung inkl. Registrierung für Contact-Tracing: www.tojo.ch
AUSVERKAUFT, NUR NOCH WARTELISTE AM EINGANG

Live Stream (Aufzeichnug 112 Min.)

Poetry Slam

Kay Käpitel mit Lavanya, Keembara, Yasmin und Sadja

Seit einem knappen Jahrzehnt bewegt sich der Berner Poet und Rapper Kay Wieoimmer auf Bühnen. An Poetry Slams und anderen Spoken-Word-Veranstaltungen war Kay oft die einzige Person of Color auf jenen Büh-nen. Dies möchte er ändern, und so trifft Bühnenliteratur auf Aktivismus. Es geht darum, People of Color sichtbar zu machen und Veranstalter*innen zu zeigen, dass di-verse Line-ups nicht nur machbar, sondern nötig sind. Ebenfalls soll das Projekt einen Begegnungsraum und Ort zum Austausch bieten. Deshalb gibt es, nicht wie sonst beim Poetry Slam üblich, keinen Wettkampf.

I will be different every time – Schwarze Frauen in Biel

Lesung

Sonntag, 2. Mai 2021, 17:00 Uhr (Türöffnung 16:30 Uhr)

Tojo Reitschule (presented by Dachstock)

AUSVERKAUFT, NUR NOCH WARTELISTE AM EINGANG
Live Stream (Aufzeichnung, 90 Min.)

Fork Burke, Myriam Diarra und Perpétue Kabengele.

Moderation: Franziska Schutzbach

«I will be different every time – Schwarze Frauen in Biel» erzählt ein Stück «Black History» in der Schweiz. Es macht Frauen mit ihren Stimmen, Biographien, Denkweisen, Perspektiven und Lebenswelten sichtbar, die in der Schweiz selten zur Kenntnis genommen werden.

Fotos: Anja Fonseka

Healing Space (für BIPoCs)

Montag, 3. Mai 2021, 18:00 - 20:00 Uhr

Montag, 10. Mai 2021, 18:00 - 20:00 Uhr

Progr, café révolution (vor Ort)

Marucha und Ify Odenigbo

Dieses Angebot richtet sich ausschliesslich an Schwarze Frauen*, indigene Frauen*, Frauen* of Color, TINF* Personen mit Rassismuserfahrungen.

Durchführung mit maximal 13 Teilnehmenden. Anmeldungen bitte per E-Mail.

Was ist Healing, self und community care? Wofür benötigen wir dies?
In dieser Veranstaltung wollen wir uns das gemeinsam anschauen und gleichzeitig Möglichkeiten dazu kennenlernen, uns austauschen und gemeinsam heilsame Schritte gehen.

Hierfür werden wir von Marucha mit Atemübungen und Yoga-Übungen angeleitet. Vorerfahrungen sind keine notwendig, bringt bequeme Kleidung mit, in denen ihr euch bewegen könnt und euch wohl fühlt (ein Umziehen vor Ort ist möglich). Zudem werden wir weitere Möglichkeiten kennenlernen, self care und healing zu betreiben. Wir werden uns darüber austauschen können und uns gegenseitig stärken. Bringt daher noch Offenheit für den gemeinsamen Austausch mit, Interesse und Neugierde, neue Dinge auszuprobieren und auch Freude und Spass an anderen Menschen. Every body is welcome! Die Veranstaltung findet auf Englisch und Deutsch statt.

Dieses Angebot findet für die Tour de Lorraine zweimal statt: jeweils montags, 03. und 10. Mai 2021, 18–20 Uhr.

Wir freuen uns darauf, euch im café revolution zu sehen!

Marucha und Ify Odenigbo

How much do we know about People

Poet Reading

Dienstag, 4. Mai 2021, 21:00 Uhr

Live Stream  (Aufzeichnung / recording, 70 Min.)  aus dem O Bolles

Poetry Reading

Mbene Mwambene

Change refuses to inch,
good music has been composed already
We have learned too much
and yet understand nothing
What is left to be known?
We read words and street names
Which heroes are you talking

There is an epicenter
There is an edge, a line drawn between
Yet the survival depends on the porosity of this space
One day, we might open the doors to the center with boots
It’s alright to be angry, It's alright
Oh! don´t we just intellectualize too much?

…

EINBLICK – Rassismus in aktuellen Lehr- und Lernmitteln

Mittwoch, 5. Mai 2021, 19:30–21:30 Uhr

Online

Anmeldung erforderlich bis 3. Mai 21 abends

DER WORKSHOP IST LEIDER AUSGEBUCHT!

Rahel El-Maawi und Mandy Abou Shoak

Ein Projekt, das in einem grösseren Kollektiv angefangen hat, haben Mandy Abou Shoak und Rahel El-Maawi fertiggestellt. Schulmaterialien, die in den letzten Jahren im Einsatz waren, wurden auf rassistische und diskriminierende Inhalte hin analysiert. Es bestehen noch immer viele Lehr- und Lernmittel mit diskriminierenden Inhalten oder werden sogar neu verfasst, das widerspricht dem Recht auf diskriminierungsfreie Bildung. Unsere Arbeit ist ein Beitrag an die Aufdeckung von strukturellem Rassismus in der Schule.  Wir stellen im ersten Teil unsere Analyse vor, diskutieren danach weitere Beispiele und suchen gemeinsam nach Handlungsmöglichkeiten, um unseren Kindern eine rassismusarme Schulkultur zu ermöglichen. Bitte bringen Sie eigenes Anschauungsmaterial mit.
Mandy Abou Shoak ist Sozialarbeiterin an einer Schule, Podcasterin «Wort.Macht.Widerstand», Social Enterpreneurin, Rassismus-Expertin und Menschenrechtsaktivistin.
www.justhis.ch

Rahel El-Maawi ist soziokulturelle Aktivistin, Lehrbeauftragte und begleitet Organisationen in diversitätsorientierter Organisationsentwicklung. Sie ist eine der Gründer*innen des Netzwerk Bla*Sh. www.el-maawi.ch Die drei Broschüren als ein PDF www.justhis.ch oder www.el-maawi.ch/publikationen

FeminisTisch: Kolonialitäten der Geschlechter und die Handwerkskunst der Zuneigung

Donnerstag, 6. Mai 2021, 19:00 Uhr

Online-Veranstaltung
Anmeldung direkt an izabel.barros@cfd-ch.org – alle Angemeldeten erhalten einen Zoom-Link zur Teilnahme.

Portugiesisch mit deutscher Übersetzung.

Geni Núñes, Izabel Barros (Moderation)

FeminisTisch wird von cfd – die feministische Friedensorganisation organisiert und ist ein Raum für Diskussionen über feministisches Denken und über Themen und Fragen, die für die Bewegung relevant sind. Die FeminisTisch-Reihe informiert und fördert den Austausch und die Vernetzung der Teilnehmenden. Sie bietet Raum für neue Ideen und Kooperationen, um die Frauenbewegung weiterzubringen und zu stärken.

Der cfd fördert im Rahmen des Programms der Tour de Lorraine 2021 ein Treffen mit Geni Núñes, Aktivistin, Guarani, Doktorandin der Sozialpsychologie, Gründerin und Redakteurin der Instagram-Seite @genipapos und Co-Assistentin der Kommission Guarani Yvyrupa. Geni schlägt eine kraftvolle antikoloniale Queer-Kritik an Affektivität, Monogamie, Punitivismo und Korporalität vor.

Moderation: Izabel Barros, Historikerin, Programmreferentin der feministischen Friedenspolitik – cfd

Dekolonisieren von Kopf und Herz

Freitag, 7. Mai 2021, 18:00 - 21:30 Uhr (Türöffnung 17:30 Uhr)

Frauenraum Reitschule

DER ANLASS IST AUSGEBUCHT, NUR NOCH WARTELISTE AM EINGANG
Um den Anlass weiteren Personen zugänglich zu machen, wird er gefilmt; Personen, die vor Ort teilnehmen und nicht im Bild sein möchten, sind gebeten, dies bereits im Anmeldeformular mitzuteilen. Vor einer Publikation auf der Website der TdL gibt es auf Wunsch die Möglichkeit, die Aufzeichnung einzusehen und zu verlangen dass z.B. zu persönliche Passagen geschnitten werden. Alle sollen sich an dem Anlass frei äussern und wohlfühlen können.

Tzegha Kibrom und Nicole Amoussou

Text von Tzegha Kibrom zum Anlass:

Die Anfrage für einen Beitrag zu diesem Thema  freute mich sehr. Endlich etwas, was nicht nur den Kopf, das heisst das rein Mentale anspricht, sondern auch das Herz, mit dem Gefühle und Emotionen verbunden sind. Denn nur wenn Emotionen angesprochen werden, können wir unsere Haltungen nachhaltig verändern. Ansonsten bleibt Wissen reine Theorie und damit bleibt es oft bei guten Absichten.

Lasst euch auf einen gemeinsamen Dialog einladen. Wir, Nicole Amoussou und Tzegha Kibrom, begleiten euch in einem Dialog, in dem wir einander in unsere Herzen blicken und uns verletzlich zeigen. Uns tiefer zu öffnen für ein wirklich schmerzhaftes Thema wie „Koloniale Kontinuitäten“ ist nicht einfach. Nur aber wenn wir es zulassen, dieses Thema wirklich emotional zu durchdringen, können wir auch tatsächlich die in uns selbst und in der Gesellschaft weiterhin aktiven kolonialen Kontinuitäten transformieren.

Tzegha Kibrom (1979*) ist Coach, Conflict Consultant, Organisationsberaterin, Seminarleiterin und Moderatorin. Der Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und Perspektiven war von Beginn an Schwerpunkt ihres persönlichen und fachlichen Interesses.
Geboren in Asmara (Eritrea) ist sie als Kind nach Deutschland gekommen und lebt heute in der Schweiz. Tzegha forschte in ihrem Studium über die Entstehung von Neuem aus der Verwebung von Sprach- und Kulturräumen. Sie studierte in Deutschland, Spanien und Venezuela und belegte Sprachkurse in verschiedenen arabischen Ländern. Von 2006 bis 2010 war sie in Auslandsprojekten u. a. auf den Philippinen, Israel/Palästina, Südafrika im Bereich zivile Konfliktbearbeitung, Menschenrechte, Partizipation und Entwicklungspolitik u. a. für die GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) tätig.
Seit 2012 berät sie und gibt Seminare in verschiedenen Institutionen und Nichtregierungs- Organisationen wie u. a. United Nation Development Programme (UNDP), Leibniz Universität Hannover, Fachhochschule Kiel, Seminar für ländliche Entwicklung der Humboldt-Universität Berlin, Direktion der Justiz und des Innern der Fachstelle Integration Zürich.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist Capacity Building und Empowerment von Diaspora-Organisationen und Menschen mit Migrationserfahrung, sowie Diskriminierungs-Sensibilisierung und Dekolonisierung.
tzeghakibrom.com

Nicole Amoussou stammt aus Benin. Seit 2010 ist sie aktiv in internationaler Projektarbeit involviert u. a. in Benin, Deutschland, Frankreich, Kamerun und Ungarn. Seit 2012 berät und begleitet sie Institutionen und Nichtregierungsorganisationen wie z. B. Engagement Global, STUBE, Friedenskreis Halle im Bereich Antirassismus-Sensibilisierung, nichtdiskriminierende Prozessbegleitung. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist Capacity Building und Empowerment von Diasporaorganisationen und Menschen mit Migrationserfahrung, sowie Dekolonisierung und Reflexion zu kolonialen Kontinuitäten. Nicole Amoussou ist besonders in der Community-Arbeit und der Prozessbegleitung erfahren.

Rassistische Symbole in der Öffentlichkeit – von polarisierten Debatten bis hin zu institutioneller Öffnung? Diskussionsrunde ✘

Freitag, 7. Mai 2021, 19:00 Uhr

DIESE VERANSTALTUNG WIRD AUF UNBESTIMMTE ZEIT VERSCHOBEN!

Berner Rassismus Stammtisch

Die Debatte um das koloniale Erbe und um rassistische Symbole in Bern ist nicht neu. Seit vielen Jahren werden Forderungen nach alternativen Namensgebungen und der Entfernung rassistischer Symbole in der Öffentlichkeit laut (Statue/Wappen der Zunft zum Mohren, Verkleidungen Fasnacht, Café Colonial, Wandbild im Schulhaus Wylergut …). Spätestens mit den «Black Lives Matter»-Protesten im vergangenen Jahr hat die Diskussion nun erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen. Doch fliessen diese gesellschaftlichen Auseinandersetzungen auch in transformative Prozesse der Institutionen ein? Das Kollektiv kehrt dafür zurück an den Stammtisch und möchte aus den Erfahrungen vergangener Aktivitäten ein Fazit ziehen.

 

Rassifizierende Praxen in der Sozialen Arbeit

Postenlauf, Später Diskussion

Sonntag, 9. Mai 2021, 14:00 - 17:00 Uhr, 20:00 Online-Diskussion

Postenlauf, selbständig begehbar und auch online, Diskussion online

Start Postenlauf: Werkstadt, Lorrainestrasse 20
Postenlauf online

Diskussion online 20:00 Uhr
Die Diskussion beginnt pünktlich um 20:00, bitte logt euch doch schon etwas vorher ein.

Mehr Infos

Forum für kritische Soziale Arbeit

Anhand von verschiedenen Posten soll einerseits ein grobes Bild entstehen, wie rassifizierende Praxen der Sozialen Arbeit früher (historisch) und heute existieren. Wir haben verschiedene Aspekte aufbereitet, mit denen sich die Teilnehmenden auseinandersetzen können.

Im anschliessenden gemeinsamen Diskussionsteil gibt es einen Austausch zu den Fragen, die thematisiert werden. Zudem möchten wir die gezeigten Posten im Hinblick auf weitere mögliche Nutzungen der Plakate diskutieren und Überlegungen dazu anstellen, wie wir die Thematik in Zusammenhängen von Sozialer Arbeit einbringen wollen.

Wir möchten mit dem Workshop Interessierte, Fachpersonen und Menschen ansprechen, die (nicht) von diesen Praxen oder Diskriminierungsformen betroffen sind. Soziale Arbeit ist politisch und in diesem Sinne sind wir dankbar um viele Inputs, die diese Bemühungen unterstützen.

white On white Care – die Wohnedition

Wie Rassismus & Klassismus in weissen linken WohnFormen gewaltfreies Wohnen & Leben für BIPoC verunmöglichen

Sonntag, 9. Mai 2021, 16:00 - 18:30 Uhr

Workshop, DE, no sign language

DER WORKSHOP IST AUSGEBUCHT! (max. 36 Teilnehmende)
Die Angemeldeten erhalten vorab Material zur Vorbereitung.

Romeo Koyote Rosen, FupaMagic & blertë

Wohnraum ist knapp, besonders an reizvollen Standorten. Bestimmend ist dabei, wer sich attraktive Räume finanziell leisten kann, von freiem Raum erfährt & Zugang erhält. Mit deinen weissen Friends eine vormals von Verwandten bewohnte Villa besetzen, ohne juristischen Ärger im Abgang? Tolles WG-Zimmer beziehen, dich wohlfühlen, da alle bizli sind wie du & ihr drum so gut auskommt? Dich in Wohngenossenschaftsprojekte einkaufen können & von tiefen Kosten profitieren? Dies & mehr wollen wir am Lern-Nami WOWC besprechen & herausfinden, was besagte Beispiele mit Rassismus zu tun haben können.

Nein zu: Trans- & Fettfeindlichkeit, Rassismusreproduktionen, Sexismus u. v. m; trotzdem KEIN safer Space (sondern Lernraum)

Romeo Koyote Rosen

Romeo Koyote Rosen ist Transform, Schwarze Vermittlungsperson, Teil der Mitautor*innenschaft des Herausgeberwerks «Racial Profilin – Struktureller Rassismus und antirassistischer Widerstand» und lebt Geschlechtervielfalt. They arbeitet unter anderem gegen die Diktatur der binären Geschlechtszuweisung Cisheterosexismus, gegen Rassismus, Sexismus, Homo- & Transfeindlichkeit und zahlreiche weitere Unterdrückungssysteme. Die gesamtschweizerische antirassistische LGBTQAI+Community wurde von Romeo seit Stunde 0 massgeblich mitgeprägt. Gemeinsam mit anderen QueerBlack und People of Color-Root Riots wurde 2003 die subversive queer-feministische Plattform suendikat.ch gegründet, die bis heute als Verteiler- und Netzwerkumschlagpunkt für Antirassistisches und Queer-feministisches aus der Schweiz und überall funktioniert. Aufgrund der Arbeit in Psychiatrie, Wohngenossenschaft, Politik, Sozialarbeit sowie Medien & Kommunikation greift Romeo auf einschlägiges Fachwissen in zahlreichen Bereichen gesellschaftlichen Lebens und Wohnens zurück, wobei weissdominierte Wohn- und Lebensräume die grosse Mehrheit der Wirkungsfelder darstellen.

FupaMagic

FupaMagic ist in der Bildungsforschung tätig, angehende Erziehungswissenschaftlerin im Schwerpunkt pädagogische Psychologie, Schwarze neurodiverse Frau of size und Sekundarlehrerin. Sie greift auf eine mehrjährige Berufserfahrung im Unterrichten Schwarzer Lernender, Lernender of Color und junger Persönlichkeiten mit psychosozialen Einschränkungen sowie schulischen Teilleistungsstörungen zurück. FupaMagic beschäftigt sich mit Themen der Ressourcenverteilung im Bildungssektor. Sie interessiert sich für Fremdplatzierung und wie es aufgrund der (Aus-)Bildungsstrukturen in der Schweiz und mangelnden Kenntnissen und Fertigkeiten in Rassismuskritik weissen Fachpersonals zu Rassismusreproduktionen in den Arbeitsumfelder kommen kann. Sie navigiert seit Lebzeiten weisse Bildungs- und Wohninstitutionen als Schwarze Person und betrachtet unterschiedliche Wohnformen hinsichtlich mangelnder Repräsentation von Schwarzen Leitungspersonen und Verantwortlichen of Color.

blertë

blertë ist eine cis frau of color, mit einem straight size und abled body. sie denkt, macht, politisch. geboren in prishtinë, ihre eltern entschieden noch vor dem krieg in kosovë in die schweiz zu migrieren. sie studiert(e) manchmal in seminarräumen, manchmal beim putzen, manchmal im bus. aufgewachsen mit finanziellen schwierigkeiten, jetzt kann sie es sich leisten weniger lohnzuarbeiten, trotzdem durchzukommen und andere noch zu unterstützen. sie wird mutter und freut sich darauf.

Critical Whiteness

Montag, 10. Mai 2021, 18:00 - 20:00 Uhr

Vor Ort in Bern - Bitte anmelden (Infos folgen per E-Mail)

DER WORKSHOP IST LEIDER AUSGEBUCHT!

Mit Anna Chiedza Spörri und Pascale Altenburger

Rassismen, Sexismen und weitere Diskriminierungen werden häufig unbewusst weiter reproduziert. Dieser Workshop bietet Menschen Raum, einen fortwährenden Prozess des rassismuskritischen Denkens einzuleiten, und richtet sich auch an solche, die sich mit der Thematik schon auseinandergesetzt haben. Es geht darum, sich kritisch mit dem eigenen Weiss*sein auseinanderzusetzen.

Die Veranstaltenden sind Bühnenschaffende, Pädagoginnen und Aktivistinnen. Sie bringen Expertise in den Bereichen Tanz, Musik sowie Bildung mit und inkorporieren dies auch in ihren Workshop.

* weiss: politisches und soziales Konstrukt. Mit Weisssein ist die dominante und privilegierte Position innerhalb des Machtverhältnisses Rassismus gemeint, die meist ungenannt bleibt.

Anna Chiedza Spörri, 1991, Bern, Bachelor in Sozialanthropologie und Religionswissenschaft, freischaffende Tänzerin ud Choreografin, arbeitet für Tanzwerk 3011, Mitgründerin des café revolution in Bern, Mitgründerin des Events Limelight Tanzplattform.

Pascale Altenburger, 1970, Bern, Tänzerin, Tanzvermittlerin, Master in Sozialanthropologie, Theater -und Tanzwissenschaften Uni Bern, Gender Studies Uni Basel, Kindergärtnerin, Aktivistin bei Bla*sh.

project Monumental

Mittwoch, 12. Mai 2021, 19:00 Uhr

Online-Präsentation und Umfrage

Laura Kalauz & Sofía Medici

In English, mit deutscher Übersetzung

Anmeldungen an: timo.righetti@hotmail.com, der Zoom-Link wird direkt zugesendet.

www.proyectomonumental.org

(English below)

Nach der Ermordung von Georg Floyd in den USA im Jahr 2020 wurden wir Zeugen vieler Proteste in der ganzen Welt. Sie wurden von einer Welle symbolischer Handlungen begleitet, die Verschiebungen, Abrisse und Demontagen mehrerer Denkmäler umfassten, die zu Ehren von Kolonisatoren und Haltern von versklavten Menschen errichtet wurden. Als Künstlerinnen spüren wir die Bedeutung und aktuelle Relevanz des symbolischen Erbes und die Notwendigkeit, Monumentalität zu überdenken und zu hinterfragen.

Durch das fortlaufende Projekt Monumental stossen wir Wege an, die Strategien zu hinterfragen, die wir verwenden, um Geschichte im öffentlichen Raum zu repräsentieren und gemeinsame Identitäten aufzubauen. Wir untersuchen, wie Denkmäler und nationale Symbole bestimmen – und letztendlich das Produkt davon sind –, wie eine Gesellschaft ihre Geschichte interpretiert und neue Bedeutungen über die Vergangenheit, aber auch zukünftige Möglichkeiten generiert. Dabei eröffnet sich auch die Frage, wer überhaupt ein Teil dieser imaginierten Gesellschaft sein kann und darf. Wie können wir einen neuen Weg in die Monumentalität neu denken? Brauchen wir diesen überhaupt? Und wenn ja, wie würde er aussehen?

Mit dieser Veranstaltung möchten wir den ersten Schritt machen, diese Fragen in einem Berner Kontext zu eröffnen.

EN:
After the assassination of Georg Floyd in the USA in 2020, we witnessed lots of protests all over the world. They were accompanied by a wave of symbolic acts that included shifts, demolitions and dismantling of several monuments made to honour colonizers and slave owner. As artists, we feel the importance and current relevance of symbolic patrimony and the need to revisit and question it. Through the ongoing project Monumental, we trigger ways to question the strategies we use to represent history in the public space and build common identities. We look into how monuments and national symbols determine -and are eventually the product of- how a society interprets its history and generates new meanings about the past but also future possibilities. This also opens up the question of who can and may be part of this imagined society at all? How do we rethink a new way into monumentality? Do we in any case need it? And if yes, what would it look like? With this event we would like to take the first step towards opening up these questions in a Bernese context.

Auf den Spuren des Kolonialismus: Antirassistischer Postenlauf durch die Stadt Bern

Donnerstag, 13. Mai 2021, Ganzer Tag

Route und weitere Infos

Junge Grüne Kanton Bern

Wir zeigen mit verschiedenen Stationen in der ganzen Stadt, wie sich Rassismus im öffentlichen Raum bemerkbar macht. Auf dem Rundgang erfährst du nicht nur viele Spannendes über Geschichte und Politik, sondern du kannst selber aktiv werden und die Stadt mit coolen kleinen Aktionen etwas diskriminierungsfreier machen!