Kino Movie 1, Seilerstrasse 4

13.00h Vorpremiere: „Let’s Make Money“, Erwin Wagenhofer, A 2008, 110 min

Pünktlich zur Finanzkrise hat Erwin Wagenhofer seinen neuesten Dokumentarfilm fertig gestellt und in Deutschland und Österreich erfolgreich in die Kinos gebracht. Nach seinem famosen "We Feed the World" über die Nahrungsmittelindustrie befasst sich der österreichische Filmemacher in seinem neuen Werk mit dem weltweiten Finanzsystem:

Wenn Banken mit dem Spruch "Lassen Sie ihr Geld arbeiten" locken, wird uns eine Illusion verkauft: Geld arbeitet nicht. Menschen arbeiten. Wohin fliessen die Abermilliarden, die den Banken und Versicherung zur Anlage anvertrauet werden? Wie vermehrt sich dieses Geld? Wagenhofer hat sich aufgemacht, diese Fragen zu beantworten und blickt in die wirren Kanäle des globalen Finanzsystems. Vorbei am Finanzzentrum London führt ihn seine investigative Reise über den afrikanischen Kontinent, nach Indien, zurück in die Berge der Schweiz und an die Costa del Sol.

 

Kino in der Reitschule

20.00h „Giù le mani“, Danilo Catti, CH 2008, 87 min. I,/d

Am 7. März 2008 gab die Direktion der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) die Privatisierung der Güterwagen- und die Schliessung der Lokomotivwerkstätten bekannt. 430 Arbeiter von SBB Cargo traten in Streik. In wenigen Tagen entstand eine breite Protestbewegung in der ganzen Region. Die «pittureria» – ein Depot, in dem die Waggons ihren Anstrich erhalten – wurde zum Zentrum des Kampfs. Die Kraftprobe zwischen den Streikenden und der SBB-Direktion dauerte 30 Tage. Am 5. April sah sich SBB Cargo gezwungen, ihren Restrukturierungsplan zurückzuziehen und den Erhalt der Betriebswerke bis 2012 zu garantieren.

Giù le mani («Hände weg!») – der Titel greift den Slogan der Streikenden auf – positioniert sich im Herzen dieses Kampfs, dessen Tragweite die Verteidigung von Arbeitsplätzen sehr bald überschreitet und etwas Universelleres erreicht, nämlich die Frage nach dem Individuum in einer immer globaleren Wirtschaft. So stellt er den Menschen in seiner Gesellschaft und seine Werte ins Zentrum der Debatte. In seinem Film interessiert sich Danilo Catti vor allem für die Personen: Er porträtiert engagierte und eigensinnige Individuen, zeigt ihre lebhafte und strategische Intelligenz. Befördert vom Schwung dieses aussergewöhnlichen Protests, versteht er es, Begeisterung, Freude und das unglaubliche Solidaritätsgefühl einzufangen, aber auch Angst, Zermürbung, Anspannung und die Ermüdung, die der Druck und die Ungewissheit auslösen.

 

21.45h: „Von Katzen und Menschen – und der Kunst des Nutzlosen“, Yaël André, Belgien, 2007, 69 Minuten, 

Am Beispiel der Grosstädte Hamburg, Brüssel und Rom setzt sich der Film mit dem Leben und Tagesablauf herrenloser Katzen auseinander, die in den durchorganisierten Städten immer wieder Oasen der Ruhe finden und scheinbar faul und unnütz in den Tag hinein leben. Dabei wird der Begriff der Nutzlosigkeit hinterfragt und der Zuschauer mit der Kunst der Zwecksfreiheit konfrontiert. Zur Auseinandersetzung liefert der Dokumentarfilm wissenschaftliche Theorien und philosophische Ansätze zur Kunst des Müssiggangs, lässt aber genügend Freiräume, damit der Zuschauer eigene Positionen überdenken kann.

23.00h: „Eine andere Welt ist pflanzbar!“

Teil I: Gemeinschaftsgärten in Buenos Aires, Ella von der Haide und Christoph Arndt, D 2004, 30 min. Sp/d

Teil II: Gemeinschaftsgärten in Berlin, Ella von der Haide und Alexander Puell, D 2006, 38min.

In der Filmreihe werden Gemeinschaftsgärten weltweit vorgestellt. Im Zentrum stehen die AktivistInnen des „Guerilla-Gardening“, ihre Gärten und Visionen. Sie berichten darüber, wie und warum ihre Gärten nicht nur grüne Oasen mitten in der Stadt sind, sondern Projekte, durch die sie „eine andere Welt“ verwirklichen. Diese Ideen nimmt die Dokumentarfilmreihe auf und verknüpft so emanzipative Projekte aus unterschiedlichen Teilen der Welt

 

00.30h „Ohne Worte – der 6. Oktober 2007 in Bern“, Hansdampf, CH 2008

Bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus der Berner Altstadt vom mittlerweile legendären 6. Oktober 2007, als der Marsch auf Bern der SVP von Tausenden AntifaschistInnen gestoppt wurde. Seither wurde viel geschrieben über dieses Datum, das den Niedergang der SVP einleitete. Die zwei routinierten Kameramänner lassen die Bilder für sich sprechen, ein Kommentar ist überflüssig.

 

1.00 „The Swamp Collection“. Jonas Raeber, u.a., CH 1991-2006

Swamp steht für „Switzerland's Weeniest Animated Motion Pictures“ und wurde 1991 von Jonas Raeber gegründet. Seither hat Swamp in ihrem Luzerner Studio unzählige Trickfilme produziert und viele Preise gewonnen. Zum Ausklang des Tour de Lorraine Filmprogramms zeigen wir die lustigen und bitterbösen SWAMP-Kurzfilme, die unter anderem von dummen Rekruten, rebellischen Schafen, Schweizer Bünzlis in den Auslandferien oder der Schweizerischen Waffenexportindustrie handeln.

 

Café Bar Kairo, Dammweg 43

21.30 Uhr Slam & Howie And The Reserve Man (Bern), Country/Rockabilly/Punk

anschliessend DJ Studer TM, Rock/Funk/Soul


Slam & Howie And The Reserve Man spielen Country. Das mag im ersten Moment

erschrecken. Doch keine Bange, sie nennen es Bastard Speed Country und das ist es auch. Ihr neues Album «Guilty» ist ideal für Verfolgungsjagden mit dem Heuwagen. Live eine absolute Granate. Es rotzt, jault und ist herrlich ungehobelt. Man kann die Whiskyfahne und den Kuhstall beinahe riechen. Dabei arbeitet das Berner Quartett mit witzigen Texten, rasanten Musikpassagen und gekonnter Instrumentenspiel. Die Musik von Slam & Howie wurde auch schon als «Johnny Cash auf Speed» beschrieben.

www.grandslam.ch

Q-Laden, Quartierhof 1

ab 19 Uhr Suppe, Brot, Glühmost, Magenbrot und Feuer

 

Brasserie Lorraine, Quartiergasse 17

Soirée de la chanson!

21.00h Les Délicieuses (Lausanne) Chanson-Punk

23.00h Die Prinzessin Hans (Berlin/Wien) Chanson-Perlen

anschliessend geschmackvolle Disco mit Nuttella de Lirio


Die Prinzessin Hans wurde, nach eigenen Angaben, unter ihrem Geburtsnamen Sophie Fredericke Dorothea, im März 1855 als älteste Tochter von Elisabeth von Bayern und Franz Josef von Oesterreich geboren. Ihre Mutter war für ihre Diätgewohnheiten und reiterischen Fähigkeiten berühmt, ihr Vater vorallem für seinen enormen Schnurrbart. Mittlerweile hat sich die rüstige Adlige in Berlin niedergelassen, von wo aus sie, von ihrem Pianisten Lord Loveaduck kongenial begleitet, die Welt mit ihren Chanson-Perlen bereist.

www.kunstangriff.de/pressprincess/

Die Poesie des Alltags ist auch das Anliegen des charmanten Trios Les Délicieuses aus Lausanne. "Chanson-Punk", meint das Feuilleton, und schwärmt: "Eine gekonnte Mischung von tiefberührender Ernsthaftigkeit und lebendiger Leichtigkeit, die direkt ins Herz trifft.“ Thematisch wird alles, was das Leben ausmacht, behandelt. Spricht doch der Name Les Délicieuses seit längerer Zeit für exzellente Musik und höchste Qualität in Dichtkunst und Bühnenshow!

 

Restaurant O’Bolles, Bollwerk 35

22.30h Sintflutimaquarium (Bern), Party Coverbänd

Auch wenn sie aussehen, als könnten sie kein Wässerchen trüben... Die sechs Freunde von Sintflutimaquarium sind seit gut vier Jahren musikalisch zusammen unterwegs und haben auf ihren Reisen schon so manchen grossen Fisch gefangen. Musikalisch sind sie mit allen Wassern gewaschen und bringen mit Bestimmtheit jedes Fest zum kochen. Egal ob besinnlich oder besoffen, heiter oder heiser: diese Band spielt für Dich, als ob es kein morgen mehr gäbe. „Nach uns die Sintflut!“ - Aber es gibt kein nachher; sie ist jetzt schon da und reisst Dich mit. Dein Widerstand ist zwecklos und lächerlich. Lass Dich von ihrem Klang umspülen, lass Dich von ihren Melodien tragen, lass Dich von ihrem Rhythmus treiben. Weit weg von hier. Immer weiter. Bis an den Rand des Aquariums und wenn Du willst...

www.sintflutimaquarium.ch

 

Turnhalle im Progr, Speichergasse 4

22.00h Casino Gitano, (Berlin) Gypsy-Flamenco-Ska-Speedpolka

anschliessend DJ Bobby Baguette & Toni Pepperoni (Ostkost)

In guter alter Gypsy-Manier schöpfen die 13 Multikulti-Berliner aus dem Fundus der

europäischen Folk-Musik-Tradition. Neben dem orthodox vorgetragenen Flamenco finden auch Tango, Swing, Chanson oder Volkslied ihren Platz im Programm.

Das musikalische Material der Originale wird mit Ska- oder Speedpolka-Einlagen versehen,

was das Ganze zu einer unverwechselbaren Mischung macht - Casino Gitano bittet zum Tanz.

www.myspace.com/casinogitano

 

Frauenraum Reitschule

23.00h und CopyPaste (CH) Electro-Trash-Punk

00.30h Human Toyz (F) Garage-Electro-Punk

anschliessend und dazwischen: DJanes sillysoundsystem und die panik

 

Auf dem Sofa von Copy & Paste wird nicht nur gekuschelt, sondern auch richtig gepoppt.

Als Copy & Paste verdichten und verdrehen sie hausgemachte Beats, veredelt mit poppigen Melodien und rotzigen Lyrics wird daraus heisser Dancefloor. Dafür sorgt in erster Linie Mischu, aka Copy. Auf der Bühne heizt die charismatische Cheyenne die Stimmung an und bringt die Party zum kochen.

Was im Wohnzimmer als Spass anfing, hat sich inzwischen zu einem ernsthaften Projekt entwickelt. Die ersten Songs überzeugten die Live-Testhörer derart, dass Mischu und Cheyenne sofort mehr produzierten. Vergnügen macht das Copy & Pasten offensichtlich nach wie vor, ernsthaft heisst schließlich nicht spassfrei.

Seit Mai 2008 gibt es Copy & Paste auch für zu Hause. Everestrecords bringt das Debut “Disco Romance” raus - und damit den heißen Sound zurück zu seinen Wurzeln: ins gute alte Wohnzimmer.

www.swissunderground.com/copypaste

Emma Amaretto und Mademoiselle Poupee machen explosiven und wahnsinnigen garage-electro-Punk. Ihre Performance ist ein Schauspiel theatralischer und wütender Frauen. Sie belagern die Bühne und verhexen das Publikum. Human Toys sind sexy, kraftvoll und subversiv.

www.myspace.com/humantoyz

 

Dachstock, Reitschule

Ab 22.00h

Pompelmoessap (VD), minimal/electro ­– live set www.myspace.com/pompelmoessap

Balduin (BE), electrique camambert avantgarde – live set www.reitschule.ch/balduin

Meienberg (BE), IDM-electronic – live set www.myspace.com/meienberg

DJ Jane Vayne (BE), broadspectrum www.myspace.com/sabourette


Tojo, Reitschule

22.00h: Make noize 4 Tibet Soundsystem mit DJ Pablo (BE) and Special Guests,

Jazz Funk Soul Breakbeatz Rap – From Jameeka to Newyork, from London to Tibet

Tanzen für eine bessere Welt. Jenseits von Live Aid und Bob Geldof mixen DJ Pablo und Freunde Jazz, Funk, Soul, Breakbeatz und Rap zu einem tanzbaren Soundtrack für den Freiheitskampf Tibets. Ob barfuss oder mit Moonboots, hier kannst Du eine heisse Sohle aufs Parkett legen.

http:// www.myspace.com/makenoize4tibet

 

Sous le Pont, Reitschule

22.45h Flimmer (Basel/Bern) Noiserock-Postpunk

23.45h Andre Duracell (F) Science-Fiction-one-Man-Noise-Explosion

01.00h One Second Riot (F) Industrial Post-Hardcore

5.30h Katerfrühstück mit Zeno Tornado solo (Bern), Country

Was ist man doch immer wieder überrascht, was für vielfältige Bands sich doch aus dem Untergrund dieses netten Ländchens auf die Strasse bewegen. So auch das Flimmer-Kollektiv aus Basel/Bern. Flimmer bietet uns wunderschön asozialer Noiserock mit fies- ätzenden Mathcore Einschlägen, dabei ist Punk stets als Fundament vorhanden. Die Band, bestehend aus zwei Bassspielern und einem Schlagzeuger, agiert technisch sehr versiert, schafft aber das Kunststück, das Ganze äusserst hörbar zu gestalten! Viele der kurzen Songs sind textlos, die anderen haben herrlich böseartige lyrische Ergüsse in drei Sprachen zu bieten, wobei auch der Zynismus nicht zu kurz kommt. Musikalisch können wir Flimmer mit Bands wie The Locust, The Minutemen und Death from Above 1979 in Verbindung bringen.

Schluss: nach letztem Konzert, danach putzen und Vorbereiten fürs Katerfrühstück

www.flimmer.ch


Andre Duracell ist Andrew Dymond: Geboren wurde er in London, heute lebt er in Lyon. Hat man Duracell einmal live erlebt, so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass man diese One Man-Noise-Explosion nicht so schnell wieder vergisst! André Duracell hat nie beabsichtigt eine Ein-Mann-Band zu gründen, jedoch „war die Musik einfach da“, wie er selber sagt. Duracell spielt live mit einem Drumset, einer Trigger-machine und einem Synthesizer, er ist dabei stark beeinflusst von der US Noiserockband „Lightning Bolt“ und retro Videospielen. Sein minimalistisches Drum-Set besteht nur aus einem Bass-Drum, Snare-Drum, Floor-Tomb und dem Ride Cymbal, wobei alle diese Teile mit seinem Sythesizer verbunden sind- das Resultat ist absolut verblüffen. Duracell, und hält und hält und hält!

www.myspace.com/andreduracell


One Second Riot kommen aus Frankreich und könnten als „enfants terribles“ beschrieben werden! Das Duo hat seine Wurzeln im Punk-Rock’n’Roll und im Noise. One Second Riot entwickelt ein persönliches, musikaliches Universum, welches von vertrauten Umgebungen inspriert ist, sich jedoch kontinuierlich am Rande der Massenhysterie befindet, wo jegliche Schreie ungehört verschallen. Der Sound von One Second Riot bahnt sich seinen Weg durch Noise, Post-Hardcore und Industrial Music.

profile.myspace.com/index.cfm

 

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