TdL17 #TanzenGegenTiSA

Freitag, 20. Januar 2017
Samstag, 21. Januar 2017

Die 17. Ausgabe der Tour de Lorraine kehrt mit dem Motto: «Tanzen gegen TiSA. Anders Handeln.» zu ihren globalisierungskritischen Wurzeln zurück. 

Wie immer will die Tour de Lorraine den Widerstand gegen die bestehende Handels- und Wirtschaftsordnung, mit der Suche nach Alternativen verbinden. Ausgangspunkt ist der Widerstand gegen die aktuellen Handelsverträge TiSA, TTIP, CETA, TPP die auf Teufel komm raus mehr Handel generieren sollen. Demokratie, soziale und ökologische Schutzbedürfnisse werden dabei als Handelshemmnisse angesehen. 

Die Tour de Lorraine fand das erste Mal im Jahr 2001 als WEF-Protestveranstaltung statt und sie ist es bis heute geblieben. Heute sehen wir noch klarer als damals, dass die von Wirtschafts- und Politeliten vertretene neoliberale Globalisierung in die Sackgasse führt. Die Folge sind massive Umweltzerstörungen, horrende soziale Ungleichheiten und ein gefährlicher Nationalismus. Wir sind weiterhin überzeugt, dass eine andere Globalisierung möglich ist und nötiger den je. Ein Hauptproblem des weltweiten Handels besteht darin, dass Ursachen und Wirkungen sowie Gewinner und Verlierer massiv auseinander treten. Hier die Rohstoffkonzerne im Steuerparadies am Genfersee, dort die Tagebauhölle. Während die Konzernverantwortungsinitiative die Konzerne stärker in die Pflicht nehmen will, will das Konzept der Ernährungssouveränität, Ernährung der Spekulation und Profitorientierung entziehen. Es gibt also durchaus Alternativen, die in Workshops vorgestellt und diskutiert werden. Hoffnungsvoll stimmt zudem, dass die Freihandelsverträge dank einer starken sozialen Bewegung unter Druck geraten sind. Wir fragen: wie war das möglich und wie geht es nun weiter? 

Darüber hinaus finden Rundgänge zur kolonialen Geschichte Berns (dazu auch eine Ausstellung) und zu globalen Produktionsketten statt, eine absurde Lesung zu Handelspolitik, Kinofilme werden gezeigt und ihr seid herzlich eingeladen beim Protesttango die globalen und lokalen Verhältnisse zum Tanzen zu bringen.

Übrigens: Im Unterschied zu den aktuellen Freihandelsverhandlungen sind unsere Veranstaltungen öffentlich. Wir wollen mit euch Ansätze und Möglichkeiten einer gerechteren Welt ausloten, das kann nie im Geheimen geschehen.

Tanz, Workshops, Konzerte, Theater, Kino, Radioballet, Führungen, Ausstellungen

Programmheft

Trade in Services Agreement

Das Trade in Services Agreement (TiSA) ist ein Handelsabkommen, das die EU, die USA und 22 weitere Staaten, darunter die Schweiz verhandeln. Über 70 Prozent der Wirtschaft in der Schweiz gehören zum Dienstleistungssektor, vieles davon gehört zu den Grundbedürfnissen: u.a Bildung, Gesundheit, Datenschutz. Um die Gewinnmöglichkeiten der Dienstleistungsunternehmen zu erhöhen und abzusichern, sind die TiSA-Verhandlungsstaaten bereit, sich selbst massiv in ihrer Selbstbestimmung einzuschränken. So würde es ihnen nach Abschluss des Abkommens nur noch erlaubt sein, Märkte weiter zu öffnen – alles was dies einschränken könnte, z.B höhere Mindestlöhne, Energiewende, Präventionskampagnen, könnten dann zum Streitfall vor „Investitionsschutzgerichten“ werden, wo Unternehmen auf „entgangene Gewinne“ klagen können. 

Weitere Infos zu TiSA: