WE FEED THE WORLD

Kino in der Reitschule, 13.1.2007, 20:00 mit anschliessender Diskussion mit dem Regisseur Erwin Wagenhofer

WE FEED THE WORLD ist ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, Geflügelzüchter und Konzernlenker, Fernfahrer und Nahversorger, Warenströme und Geldflüsse... – ein Film über den Mangel im Überfluss.

Der österreichische Regisseur Erwin Wagenhofer hat sich auf die Spur unserer Lebensmittel begeben. Roter Faden auf seiner Reise durch verschiedene Kontinente ist ein Interview mit Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung.

WE FEED THE WORLD gibt in aussergewöhnlichen Bildern Einblick in die Produktion unserer Lebensmittel und Antworten auf die Frage, was der Hunger auf der Welt mit uns zu tun hat.

Erwin Wagenhofer wird an der Tour de Lorraine präsent sein und steht nach dem Film für Fragen und Diskussionen zu seinem Film zur Verfügung.

Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung im Film:

«Die Absurdität, der Situation der Agrarmärkte heute, ist die folgende: Die reichen Länder, also die EU, die Vereinigten Staaten, die zahlen ihren Bauern für ihre Produktion und für die Exporte der Produkte, Subventionen, im Jahr, letztes Jahr, von 349 Milliarden Doller, das ist mehr als eine Milliarde pro Tag. Die Konsequenz davon ist das Dumping, die Zerstörung der Agrarwirtschaften in der südlichen Hemisphäre, wo es fast nur Bauern gibt, mit einigen Ausnahmen. Ich nehme ein Beispiel, die Hauptstadt von Senegal, der Republik Senegal, in Westafrika, heißt Dakar. Diese Stadt beherbergt den größten Markt, Landwirtschaftsmarkt, in Westafrika, das ist die Sandagar, der Sandagarmarkt. Wenn sie auf den Sandagarmarkt gehen, können sie europäisches Gemüse, europäische Früchte, europäische Kartoffeln und so weiter zu einem Drittel der einheimischen Preise kaufen. Also der senegalesische Bauer, auch wenn er 18 Stunden am Tag arbeitet unter brennender Sonnen, mit letztem Einsatz, der hat überhaupt gar keine Chance mehr das Auskommen zu finden auf seinem eigenem Boden. Was muss er tun, wenn er noch die Kraft hat emigriert er unter Todesgefahr über die Meerstraße von Gibraltar und muss sich dann irgendwo in Südspanien oder als Straßenkehrer in Paris verdingen zu unmenschlichen Bedingungen.»

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