Workshops: Block 2

Samstag, 24. Januar 2015
Autonome Schule denk:mal, Lagerweg 12

15.00 Uhr Begrüssung und Workshop-Vorstellung   

Block 2, 15.00 – 16:45 Uhr

„Vollgeld-Initiative: Ein demokratisches Geld zum Nutzen aller“

Referat & Diskussion

Einführung ins Thema Vollgeld und dessen Bezug zu Komplementärwährungen.

Daniel Meier vom Initiativkomitee erläutert das Thema Vollgeld in gut verständlicher Form anhand von Filmausschnitten und Fakten. Im zweiten Teil gibt es Gelegenheit für Fragen und Diskussionen.

Der systemische Treiber des zerstörerischen Wirtschaftswachstums, der ungerechten Vermögensverteilung und der spekulativen Finanzblasen liegt im heutigen Geldsystem: Die expansive Geldmengenausweitung durch die elektronische Geldherstellung der Banken sowie die Zinseszinsproblematik. Alles heutige Geld entsteht durch Schulden (Kreditvergabe). Den meisten Menschen ist unbekannt, dass ca. 90 Prozent unseres Geldes von privaten Banken geschaffen wird und nicht von der Schweizerischen Nationalbank. Daraus folgt die „Too big to fail“-Problematik, welche die Gewinne privatisiert, aber Risiko und Verluste uns SteuerzahlerInnen überträgt. Die soziale und ökologische Ausbeutung sind längst unübersehbar geworden und rufen nach Geldreformen.

Das Vollgeld – kurz für ‘vollwertiges gesetzliches Zahlungsmittel’ – würde ausschliesslich von der demokratisch kontrollierten Nationalbank geschaffen. Sie würde neu geschaffenes Geld als Geldherstellungsgewinn (Seigniorage) dem Bund, den Kantonen und den BürgerInnen zur Erstverwendung überlassen. Kreditvergabe, Vermögensverwaltung und Zahlungsverkehr würden weiterhin die Banken übernehmen, aber das Geld auf unseren Privatkonten wäre dennoch sicher. Zusätzliche Komplementärwährungen sind auch in einem Vollgeldsystem erlaubt und erwünscht.

Die Unterschriftensammlung für diese Volksinitiative wurde im Juni 2014 gestartet.
Weitere Fakten, Argumente und Infos finden sich unter  www.vollgeld-initiative.ch. 

Geleitet von Daniel Meier (Mitglied des Vollgeld-Initiativkomitees)

FleXonomiX – Simulation einer Quartierwährung

Workshop

Wie funktioniert eine alternative Währung? Mit Simulations- und Rollenspiel

Mein Geld, dein Geld – nein, UNSER Geld! Es ist für viele Menschen nicht einfach zu sehen, dass Geld ein Gemeingut, eine „Allmende“ darstellt, die für alle zur vernünftigen Nutzung offenstehen sollte. Das heutige Geldsystem mit Franken, Euro, Dollar usw. ist jedoch privatisiert und nur für wenige wirklich zugänglich. Alternative Währungen können diese Privatisierung rückgängig und Geld wieder der Gemeinschaft verfügbar machen. Speziell gestaltete alternative Währungen können dann zum Beispiel in Wohngenossenschaften oder Quartieren lokale Ressourcen aktivieren, sowie soziale Zusammenhänge und das gute Leben fördern.
In der FleXonomix Quartierwährungssimulation wird das Beispiel der neu entwickelten Quartierwährung präsentiert und mit einem einfachen, dynamischen Spiel zusammen mit den Teilnehmenden auch ausprobiert. Dabei werden Geldkreisläufe und Funktionen sichtbar gemacht und es wird deutlich, dass Freiheiten und Verpflichtungen zusammengehören könnten.

Geleitet von Jens Martignoni, Verein FleXibles, Zürich
Gruppengrösse: 8–25 Personen

Das Geld und seine Alternativen: So (a)sozial wie der Warentausch und der Markt es sind. Ein kritischer Blick auf den Nutzen von Alternativwährungen

Referat & Diskussion

„Gesundheit darf keine Ware sein!“, „Bildung …“, „Wasser …“, „Wohnraum …“, „Nahrungsmittel …“

Wenn ein wichtiges Gut zur Ware wird, einen Preis bekommt und Geld kostet, dann fürchten viele, dass nicht mehr die Versorgung der Leute im Vordergrund steht, sondern dies zu Ausschluss und Unterversorgung führt. Andererseits soll das Geld bzw. der Warentausch die Verteilung der Güter „organisieren“ – nur: Warum gibt es dann Überproduktion neben Hunger und Armut? Das Geld soll eine „effiziente“ Arbeitsteilung in der Marktwirtschaft „vermitteln“ – nur: Warum gibt es dann Arbeitslosigkeit neben Überarbeit?
Also was genau ist so „gefährlich“, wenn Güter zu Waren werden? Was bewertet das Geld so gnadenlos, wenn es der Ware und der Arbeit einen „Wert“ gibt? Warum hat das so fatale Folgen für die Güterversorgung und für die gesellschaftliche Arbeitsteilung? Und hilft dann ein alternatives Geld?
Diese Fragen wollen wir nach einem Inputreferat gemeinsam diskutieren.

Geleitet vom Überzeit-Kollektiv

Eine Nuss als Währung

Referat & Diskussion

Der Nordosten Brasiliens wird bis heute von Nachfahren afrikanischer Sklaven bewohnt. Sie leben in Dorfgemeinschaften, sogenannten Quilombos, oft unterhalb der Armutsgrenze. Im Rahmen einer Genossenschaft von mehreren Dorfgemeinschaften hat sich die einheimische Babaçú-Nuss zu einer lokalen Alternativwährung entwickelt. Produkte und Dienstleistungen können mit Babaçú-Nüssen „gekauft“ werden, auch ein Fonds für die Wartung von Wasserpumpen wurde eingerichtet, in den die Einwohner der Dorfgemeinschaften monatlich Babaçú-Nüsse „einzahlen“.

VertreterInnen von Cooperaxion erzählt über die Effekte dieser Alternativwährung im Nordosten Brasiliens.