Kinoprogramm

KINO REITSCHULE, Neubrückstrasse

Der Schein trügt

Freitag, 23. Januar 2015, 20.30 Uhr
Samstag, 24. Januar 2015, 21.00 Uhr

Claus Strigel, DE, 2009, OV, 97 Min., Dokumentarfilm

GELD MORGEN. Geld – die folgenreichste Erfindung der Menschheit. Ein Zaubermittel, das alles bedeutet und doch keinerlei Wert hat. Für den ehemaligen Notenbanker und Geldforscher Bernard Lietaer ebenso genial wie fatal: "It turns the mind into a brezel." Die Probleme unserer Welt lassen sich seiner Meinung nach jedenfalls nicht damit lösen. Der Film von Claus Strigel ist eine charmante Abenteuerreise an die Ränder des globalen monopolistischen Geldsystems. Neben Wissenschaftern, Reichtumsgurus, Ökonomen und Endzeitapokalyptikern kommen Menschen zu Wort, die Alternativen zum derzeitigen Geldsystem aufbauen. Paul Singer, brasilianischer Staatssekretär für solidarische Ökonomie, bringt die Sache auf den Punkt: Wir müssen die Macht über unser Geld zurückgewinnen. Let's make money.

feat. Bernard Lietaer, Jochen Hörisch, Paul Singer, Joaquin de Melo, Warren Buffet, The Naked Cowboy u.v.a.

Master of the Universe

Freitag, 23. Januar 2015, 22.30 Uhr
Samstag, 24. Januar 2015, 19.15 Uhr (!)

Marc Bauder, DE, 2013, OV, 93 Min., Dokumentarfilm

GELD HEUTE. Ein leeres Hochhaus im Frankfurter Bankenviertel. Rainer Voss, hochrangiger Investmentbanker im Ruhestand, blickt auf die Skyline – und erzählt, wie es im Inneren der Banken zur Zeit des Aufschwungs zuging, was in "Trading Rooms" und bei den "Deal Makers" passierte und wie es seiner Meinung nach zur Finanzkrise kommen konnte. Während der Kamerablick durch leere Büros und verlassene Chefetagen schweift, schildert Voss, wie er das geschlossene System der Banken erlebt hat und warum diese sich immer weiter von der Wirklichkeit entfernen konnten. Ein Bericht aus einer Parallelwelt, der unter die Haut geht. Der Film wurde am Filmfestival Locarno mit dem Hauptpreis der Reihe „Semaine de La Critique“ ausgezeichnet.

feat. Rainer Voss

Der Schwarze Freitag

Samstag, 24. Januar 2015, 22.50 Uhr

August Everding, DE, 1966, OV, 77 Min., Dokumentarischer Spielfilm

GELD GESTERN I. Wall Street, New York, 1929: Der Zusammenbruch der Börse signalisiert den Beginn der Weltwirtschaftskrise. Fallende Aktienkurse, geplatzte Kredite und Entlassungen in Handelsunternehmen und Fabriken auf der ganzen Welt treiben die Menschen in bitterste Armut. Der dokumentarische Spielfilm aus dem Jahr 1966 zeichnet die Geschehnisse rund um den Schwarzen Freitag nach. Deutschsprachige Schauspieler der 1960er Jahre spielen New Yorker Börsenmarkler und Anwälte der 1930er Jahre – ein aus heutiger Sicht spröder Anachronismus, der einen doppelten Blick zurück erlaubt. Im Mittelpunkt der Handlung steht Richard Whitney, Börsenmakler und Präsident der New Yorker Börse, der sich vor einer Kommission behaupten muss und als waghalsiger Spekulant und Krimineller entlarvt wird. Ende gut, alles gut?

feat. Karl-Heinz von Hassel, Wolfgang Reichmann, Heinz Engelmann, Erik Ode, Wolfgang Neuss, Curd Jürgens, Paul Hoffmann, Dieter Borsche, Hans-Christian Blech

Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?

Sonntag, 25. Januar 2015, 01.00 Uhr

Slatan Dudow, Drehbuch von Berthold Brecht (u.a.), DE, 1932, 74 Min., Spielfilm

GELD GESTERN II. Berlin, Anfang der 1930er Jahre: Überall Elend und Arbeitslosigkeit. Aus Verzweiflung stürzt sich ein junger Mann aus dem Fenster, nachdem er den Tag wieder vergeblich damit verbracht hat, nach Arbeit zu suchen. Seiner Familie wird kurz darauf die Wohnung gekündigt. Sie zieht in die Zeltkolonie „Kuhle Wampe“ vor den Toren Berlins. Die Tochter Anni überwirft sich mit ihrem Freund Fritz, von dem sie schwanger ist, und zieht zu einer Freundin, die gerade ein grosses Arbeitersportfest organisiert. Ein bemerkenswerter Film, nicht nur wegen der dokumentarischen Szenen, die in den Spielfilm eingeflochten wurden und die existenzielle Not der Gesellschaft in der Weltwirtschaftskrise erahnen lassen. Der Film entstand unter politischer Repression und wurde kurz nach seiner Uraufführung von der deutschen Zensur verboten.

feat. Hertha Thiele, Ernst Busch, Martha Wolter, Adolf Fischer, Lilli Schoenborn, Max Sablotzki, Gerhard Bienert, Erwin Geschonneck, Willi Schur, Alfred Schäfer

und dann noch dies...