Samstag, 19. Januar 2013, Schulhaus Lorraine, Lorrainestrasse 33

Workshop-Block II

15:30h - 17:30h
die Workshops von Block 2 werden in der Turnhalle des Lorraineschulhauses vorgestellt und die Veranstaltungsräume verteilt.

Netzwerktreffen: Widerstand von unten gegen die Drecksgeschäfte der Rohstoffbranche

Spätestens seit der Fusion von Glencore mit Xtrata zum weltweit führenden Rohstoffgiganten wird vermehrt wahrgenommen, dass die rohstoffarme Schweiz zur Rohstoffgrossmacht aufgestiegen ist. Dank der fundierten Arbeit der Erklärung von Bern und anderen NGO's ist vielen bewusst, dass die Gewinne aus dem Rohstoffhandel aus den Abbauländern abgesogen, und auf hiesigen steuerbegünstigten Bankkontos landen.
135'000 Menschen haben die Petition „Recht ohne Grenzen“ unterschrieben, die fordert, dass Firmen mit Sitz in der Schweiz zur Rechenschaft gezogen werden können für Menschenrechtsverletzungen in den Abbaugebieten. Doch welche weiteren Möglichkeiten gibt es, um den Rohstoffpiraten das Handwerk zu legen? Was können wir tun, wenn wir nicht für eine NGO arbeiten oder ein politisches Amt innehaben, um Druck aufzubauen, damit sich was ändert?
Der Workshop ist als Netzwerktreffen gedacht, an dem über Strategien von unten diskutiert werden soll und Aktionsideen gesammelt werden können, mit dem Ziel ein Aktionsbündnis zu bilden, um am Gipfeltreffen der Rohstoffhändler in Lausanne vom 15.-17. April 2013 gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur zu protestieren.
Der Workshop wird von Leuten aus der Lausanner Vorbereitungsgruppe geleitet und auf deutsch sowie französisch übersetzt.

Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln!

Dieser Workshop wird von der JUSO Schweiz durchgeführt. 

Finanzkonzerne machen Gewinne, wenn die Nahrungsmittelpreise steigen - Eine Milliarde Menschen auf der Welt leiden an Hunger, weil sie die Preise nicht mehr bezahlen können.

Dieses Missverhältnis ist Kernthema des Workshops. Die Spekulation mit den Preisen von Nahrungsmitteln ist die widerlichste Form der Profitmacherei. Sie führt zu stark schwankenden Preisen und treibt Menschen in Hunger und Armut. Gleichzeitig machen die Finanzkonzerne gigantische Gewinne, Profit auf Kosten der Ärmsten.
In diesem Workshop wird die Initiative „Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln!“ vorgestellt. Es soll gezeigt werden wie Nahrungsmittelspekulation funktioniert und was die Folgen sind. Die besondere Rolle der Schweiz wird erläutert und wir werden kritisch diskutieren, was wir gegen Nahrungsmittelspekulation tun können und müssen. Mit Essen spielt man nicht!

Cajamarca – Balerna: Der Weg des Goldes aus Yanacocha in die Schweiz

Dieser Workshop wird von Eva Schmassmann von der Gesellschaft für bedrohte Völker durchgeführt.

Die Schweiz spielt eine zentrale Rolle in Handel und Verarbeitung von Gold. Mindestens ein Drittel des weltweit in Minen abgebauten Goldes landet in einer der vier grossen Schweizer Raffinerien. Unter anderem wird auch das Gold aus der peruanischen Mine Yanacocha in der Schweiz verarbeitet: im Tessin, bei der Raffinerie Valcambi. Die Mine Yanacocha ist die grösste Goldmine Lateinamerikas. Da die Goldreserven in der Hauptmine zur Neige gehen, ist eine neue Mine „Conga“ geplant. Die lokale Bevölkerung, die bereits seit Jahren gegen die Umweltverschmutzung protestiert, ist gegen die Erweiterung. Im Sommer 2012 starben 5 Personen bei Protesten. Die Täter waren vom Minenunternehmen bezahlte Polizisten.

Anhand des Beispiels Yanacocha soll exemplarisch aufgezeigt werden, welche Rolle die Schweiz im Goldbusiness spielt, welches die Akteure in der Schweiz sind, und wie man sie zur Verantwortung ziehen sollte.

Der nächste Sturm - Rohstoffhandel in der Schweiz

Mit Bruno Gurtner, Ökonom, Präsident des internationalen Netzwerks für Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network, TJN), Bern

Sambia, Afrikas grösster Kupferproduzent, entgehen wegen Steuerhinterziehung der Rohstoffproduzenten jährlich mehr als 2 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen. Glencore ist eine der grössten Minenfirmen im ostafrikanischen Staat. Überall ist der Rohstoffabbau und der Handel mit üblen Geschäftspraktiken verbunden: Raubbau, Steuerflucht, Korruption.

Die Schweiz ist eine Drehscheibe des internationalen Rohstoffhandels. In den letzten zehn Jahren ist der Beitrag des Transithandels zur schweizerischen Ertragsbilanz von 2 auf 20 Milliarden Franken angewachsen. Das macht mittlerweile fast 4 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP).

In den USA und in der EU sind neuerdings neue Vorschriften über Transparenz der Rohstoffmultis in Kraft. In der Schweiz geschäften diese Unternehmen in einer weitgehenden Dunkelheit. Wird die Schweiz zu einer Fluchtburg für Rohstoffmultis? Rennt die Schweiz blind in ein Reputationsrisiko mit unabsehbaren Folgen?

Die Stimmen erheben für Gerechtigkeit, Frieden und das Recht auf Mitbestimmung

Der Kampf der Wayuu um ihr Territorium

Im Norden Kolumbiens kämpft das Volk der Wayuu um das eigene Territorium und wehrt sich gegen die multinationalen Unternehmen, welche in der Region Bodenschätze, insbesondere Kohle, ausbeuten. Rund um diese Auseinandersetzungen findet eine Militarisierung statt, die ihrerseits steigende Gewalt zur Folge hat und im Kontext des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts in Kolumbien 

DruckenDrucken