Samstag, 19. Januar 2013, Schulhaus Lorraine, Lorrainestrasse 33

Workshop-Block I

13:00h - 15:15h
die verschiedenen Workshops werden in der Turnhalle des Lorraineschulhauses vorgestellt und die Veranstaltungsräume bestimmt.

Aus aktuellem Anlass: Aktionsworkshop zum Protestspaziergang zur BKW vom Abend

Aufgrund der unerwarteten Abschaltung des AKW Mühleberg ruft AKW-Ade im Rahmen der Tour de Lorraine zu einem Protestspaziergang zur BKW auf und fordert, dass der Schrottreaktor nun endgültig ausser Betrieb bleibt.

Im Workshop wird der Spaziergang vorbereitet...

Multinationale Konzerne im Agrobusiness & Globale Migration: Zusammenhänge und Widerstand

Diskussion mit: Sissoko Anzoumana, «Coordination 75 des sans-papiers» aus Paris; Tina Bopp, Bleiberechtkollektiv; Hans-Georg Bart, soliTerre & einer Vertreter_in von  Longomaï. 

Migrationsbewegungen kennen vielerlei Geschichten. Da gibt es die Lust zu entdecken und vieles Mehr. Es sind aber auch Geschichten einer kapitalistischen Weltpolitik unter dem neoliberalen Diktat des IWF und der WTO. Während vielerorts enteignet und zerstört wird, machen sich hierzulande viele Menschen Gedanken um nachhaltigen Konsum - biologisch und lokal produzierte Lebensmittel sind gefragt. Selten aber beschäftigen sich VerbraucherInnen mit globalen Arbeitsbedingungen und -verhältnissen in der Landwirtschaft. Oft sind es jedoch jene enteigneten LandwirtInnen, die sich als illegalisierte Saisonarbeiterinnen und Tagelöhner im Ausland verdingen.  

In diesem Workshop werden die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Produktionsketten im Agrobusiness am Beispiel Mali sowie der ausbeuterischen Realität von Saisonarbeiter_innen in Europa, inkl. der Schweiz, hergestellt. Ziel ist dabei die Zusammenführung von an unterschiedlichen Orten gelebten Widerstandsformen gegen die kapitalistisch-industrielle Landwirtschaft und Migrationspolitik.

Steueroasen austrocknen! Die Schweiz beraubt andere Länder um Milliarden von Steuererträgen

Workshop von Hans Baumann, Denknetz

Dem Ausland entgeht allein im Bereich der Unternehmensbesteuerung wegen des von der Schweiz betriebenen Steuerdumpings jedes Jahr ein Betrag von 29.2 - 36.5 Milliarden Franken. Die von den Unternehmen gegenüber den Steuerbehörden deklarierten Gewinne sind von 119.7 Mia Franken im Jahr 2004 innerhalb von nur vier Jahren förmlich explodiert. Im Jahr 2008 betrugen sie 280.3 Mia Franken. Dies vor allem wegen der Zunahme der aus dem Ausland in die Schweiz transferierten Gewinne. Wie können die Steueroasen in der Schweiz ausgetrocknet werden? Alle Sonderformen, die dem Zweck der Steuervermeidung dienen, sind abzuschaffen. Die effektiven Unternehmenssteuern müssen auf ein Niveau angehoben werden, das dem Durchschnitt der EU entspricht. Um den innerschweizerischen Steuersenkungswettbewerb auszuschalten, sollen dafür ausschliesslich die Bundessteuern angehoben werden. Dies ist auch im Interesse der schweizerischen Bevölkerung, welche keineswegs von der Steuervermeidungspolitik profitiert: Die Steuerrabatte, welche den Grosskonzernen gewährt werden, zahlen die Normalbürger mit höheren Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen.

Geplünderte Umwelt und untergrabene Menschenrechte -  Schweizer Rohstoffriesen (Glencore-Xstrata) in Peru und Kolumbien

mit Golda Fuentes und Stephan Suhner, Multiwatch 

Die Gigantenhochzeit zwischen Xstrata, dem vermeintlich vorbildlichen Bergbauunternehmen, und Glencore, der ruchlosen Rohstoffspekulatin, scheint aus Sicht der Investoren vielversprechend. Doch was verraten uns die Erzählungen der Menschen, die um ihre Minen herum leben?
In den peruanischen Anden mobilisierte sich die Bevölkerung der Provinz Espinar Ende Mai 2012 vor den Toren einer Kupfermine von Xstrata. Der rätselhafte Tod unzähliger Tiere und die Furcht um die Vergiftung ihrer knappen Trinkwasserreservoirs waren Grund für ihren friedlichen Protest. Mit Scharfschussmunition und Tränengas zerschlug dann ein Heer von rund 2000 Sicherheitskräften die Kundgebungen.
In Kolumbien sah Xstrata - Cerrejón erst nach Massenmobilisierung der Bevölkerung von der Umleitung des einzigen grossen Flusses in einer Halbwüste ab. Anstatt die indigene Bevölkerung korrekt zu konsultieren, hat Cerrejón versucht, das Gewissen der Indigenen mit Ziegen und Saatgut zu kaufen. Gewerkschafter in Glencores Kohlenminen werden mit dem Tod bedroht, an Kohleemissionen erkrankte Dorfgemeinschaften ihrem Schicksal überlassen. Doch davon ist in den Hochglanznachhaltigkeitsberichten zu verantwortungsvollem Bergbau nichts zu lesen. Es ist dringend nötig, diesen Konzernen Grenzen zu setzen!

Kampf gegen die Betonköpfe. Widerstand gegen den Zementkonzern Holcim

Dieser Workshop wird von Yvonne Zimmermann und Stephan Tschirren von Multiwatch geleitet.

Arbeiterinnen und Arbeiter werden mit Scheinverträgen via Drittfirmen angestellt und verdienen Hungerlöhne, Schornsteine von Zementwerken stossen krebserzeugendes Dioxin aus, Flussumleitungen führen zum Verschwinden eines Trinkwasserreservoirs, Entscheidungen indigener Gemeinschaften gegen die Zerstörung ihres Lebensraums werden missachtet.

Dies sind Realitäten rund um Abbau- und Produktionsstätten des weltweit führenden Zement- und Baustoffkonzerns Holcim, der sich gern als nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen präsentiert, während er gleichzeitig auf die Maximierung seiner Profite setzt – auf Kosten der ArbeiterInnen und der von seinen Produktionsstätten betroffenen Gemeinschaften.

Im Workshop werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Schweizer Zementimperiums, dessen weltweite Expansion er nicht zuletzt mit seinen (Apartheid)-Südafrika-Geschäften finanziert hat. Wir schauen auf die Arbeiterinnen und Arbeiter, die indigenen Gemeinschaften, die von Umweltverschmutzungen Betroffenen, kurz: die Menschen, die sich organisiert haben und sich in verschiedenen Teilen der Welt gegen die Macht des Zementgiganten wehren.

Rohstoff Nahrung - Veganismus: Fülle die die Welt ernährt

Sieglinde Lorz, Marc Bonnanomi

Unsere Nahrung brauchen wir zum Leben. Wenige Grosskonzerne haben die Nahrungsmittelindustrie weitestgehend monopolisiert. Dies gilt für die Samenherstellung, Düngemittel, Pestizide, den Besitz von Boden und den Zugang zum Wasser. Der Bedarf an Landwirtschaftsfläche für die Herstellung von Tierfutter ist so gross, dass viele Menschen den Hungertod sterben, weil ihre Lebensgrundlagen zur Herstellung von Milch und Fleisch genutzt werden. Heute wissen wir, dass eine auf tierischem Eiweiss basierende Ernährungsweise eine Mangelernährung ist. Die industrialisierte und chemisierte Landwirtschaft zerstört den Nährwert unserer Lebensmittel zusätzlich und verseucht Grund und Boden. Eine bewusste, vegane Ernährung schützt unsere Gesundheit und ernährt alle Menschen weltweit. Gleichzeitig gehen Veganer respektvoller mit allen Lebewesen um. Veganismus ist unsere einzige Zukunft.

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