Kinoprogramm

Das Kinoprogramm der Tour de Lorraine erstreckt sich in diesem Jahr über das Tour de Lorraine Wochenende hinaus. Auch Donnerstag, Freitag und Samstag, 24. - 26. Januar werden Filme zum Thema Rohstoffe im Kino der Reitschule gezeigt.

Freitag, 18. Januar 2013 

20.00: Roșia Montană – Dorf am Abgrund

Fabian Daub, Deutschland 2012, RUM, E/d, Blu-Ray, 78 Minuten 

Unter dem historischen Karpatendorf Roșia Montană lagern die grössten Goldvorkommen von Europa. Ein Bergbaukonzern mit starken ausländischen Investoren plant, grosse Teile des Ortes und der Umgebung dem Erboden gleichzumachen und eine gigantische Tagebaumine zu errichten. Zur Gewinnung des Goldes soll hochgiftiges Zyanid verwendet werden mit möglicherweise fatalen Folgen für die Natur der Region. Viele haben sich bereits für die Umsiedlung in grosse Städte entschieden. Eine kleine Gruppe stemmt sich jedoch mit aller Kraft gegen die Zerstörung ihrer Häuser. Doch der Druck wächst ständig, nicht zuletzt wegen der hohen Goldpreise.

Anschliessend 

Diskussion mit dem Regisseur Fabian Daub und der Aktivistin Ramona Duminicioiu von Save Roșia Montană.

Zum Abschluss um ca. 22.15: Was übrig bleibt

Andreas Gräfenstein und Fabian Daub, Deutschland 2008, POL/deutsch, 15 Minuten 

In Walbrzych (Waldenburg), im niederschlesischen Kohlerevier, sind die Zechen dicht. Auf eigene Faust bauen Lukasz und sein Freund Jacek nun die Kohle ab. Seit Jahren schon. Wie hunderte andere Kohlespechte graben sie vor den Toren der Stadt illegal nach dem Schwarzen Gold. Ständig ist die Polizei den beiden auf den Fersen. Zugeschüttet wurden sie auch, häufiger schon. Aber sie machen weiter. 

Samstag, 19. Januar 2013 

20.00: Roșia Montană – Dorf am Abgrund

Fabian Daub, Deutschland 2012, RUM, E/d, Blu-Ray, 78 Minuten 

Unter dem historischen Karpatendorf Roșia Montană lagern die grössten Goldvorkommen von Europa. Ein Bergbaukonzern mit starken ausländischen Investoren plant, grosse Teile des Ortes und der Umgebung dem Erboden gleichzumachen und eine gigantische Tagebaumine zu errichten. Zur Gewinnung des Goldes soll hochgiftiges Zyanid verwendet werden mit möglicherweise fatalen Folgen für die Natur der Region. Viele haben sich bereits für die Umsiedlung in grosse Städte entschieden. Eine kleine Gruppe stemmt sich jedoch mit aller Kraft gegen die Zerstörung ihrer Häuser. Doch der Druck wächst ständig, nicht zuletzt wegen der hohen Goldpreise.

21:45: Operación Diablo

S. Boyd, Peru 2010, OV/d, 69 Minuten 

Pater Marco wird verfolgt. Er ist ein einfacher Priester aus Cajamarca, das in Perus nördlichen Andenbergen liegt. Eine private Detektivfirma filmt und fotografiert jeden seiner Schritte; ihre akribischen Berichte tragen den Codenamen «Operation Teufel». Die letzten zwei Jahrzehnte hat Pater Marco Bauerngemeinden gegen die Misshandlungen durch Yanacocha verteidigt. Dieser Einsatz brachte ihm den Spitznamen «Der Teufel» ein. Marcos Verbündete werden ermordet und gefoltert. Doch er und seine
Gruppe junger Umweltaktivist innen lehnen es ab, Opfer zu sein. Sie richten ihre Kameras auf die Spione und entwickeln einen Gegenspionageplan. Der führt sie zu Südamerikas grösster Goldmine Yanacocha, deren Mehrheitseigentümer die US-amerikanische Newmont Mining Corporation aus Colorado ist.

23:00: Sambia: Wer profitiert vom Kupfer? 

Alice Odiot, Audrey Gallet, Sambia/Frankreich 2011, F/d, DVD, 53 Minuten 

Sambia gehört zu den grössten Kupferproduzenten, ist aber trotzdem eines der ärmsten Länder der Welt. Während das Kupfer und die Profite von Rohstoff-Konzernen ins Ausland transferiert werden, bleiben den meisten Menschen vor Ort nur Dreck und Armut. Die porträtierte Mine Mufulira gehört mehrheitlich dem Schweizer Rohstoffkonzern Glencore. Und dieser sieht sich zunehmend Widerstand ausgesetzt. Der Protagonist des Films, Christopher, gründet eine lokale Vereinigung, um gegen die massive Umweltverschmutzung der Mine aktiv zu werden und eine Klage zu prüfen. Ein Film, der genau hinschaut und nahe rangeht. 

Der Film wird nochmals am 25. Januar gezeigt. 

00:00: Blood in the Mobile (Kurzfassung)

Frank Poulsen, Dänemark 2010, Voice-Over, DVD, 29 Minuten 

Ein Leben ohne Mobiltelefon kann man sich fast nicht mehr vorstellen. Doch für unseren Komfort zahlt die Welt einen hohen Preis. Ein Grossteil der Minerale, die für die Herstellung der Mobiltelefone notwendig sind, kommt aus dem Osten Kongos. Die westlichen Industrienationen kaufen sogenannte Konfliktminerale und finanzieren so den Bürgerkrieg im Kongo. Dieser zählt nach Auffassung von Menschenrechtsorganisationen zu den blutigsten seit dem Zweiten Weltkrieg. In den letzten 15 Jahren hat er mehr als fünf Millionen Menschen das Leben gekostet, 300’000 Frauen wurden vergewaltigt. Es herrscht unfassbare Grausamkeit. Der Krieg wird andauern, solange bewaffnete Gruppen die Kriegsführung durch den Verkauf der Mineralien weiter finanzieren können. 

Filmemacher Frank Poulsen ist seit Jahren Besitzer eines Nokia-Handys. Er will herausfinden, ob er den Konflikt im Kongo mit unterstützt. So macht er sich auf die Reise in den Kongo und nimmt viele Strapazen auf sich, um Zugang zu der größten Mine in der Kivu-Region zu erhalten. Ein Bild des Schreckens offenbart sich ihm: Kinder verbringen Tage in dunklen, engen Tunneln und graben mit bloßen Händen die Mineralien aus, die sich dann in unseren Telefonen wiederfinden. "Blood in the Mobile" ist eine Dokumentation über unsere Verantwortlichkeit im Konflikt im Kongo und über die soziale Verantwortung von Unternehmen. 

Der Film wird am 25.1. in der Originalversion (82min) noch einmal gezeigt. 

00:45: Hammer and Flame

Vaughan Pilikian, Justin Meiland, England 2005, Ohne Sprache, 10 Minuten 

Die Abwrackwerften der nordindischen Küstenstadt Alang sind ein Zentrum der weltweiten Schiffsverschrottungsindustrie. Ausgemusterte Frachter und Tanker werden bei Ebbe gestrandet und mit einfachsten Werkzeugen zerlegt. Kommentarlos beobachtet Vaughan Pilikian die geduldige Kleinstarbeit der Männer und Frauen, die ihre Gesundheit den giftigen Substanzen und Materialien in den Schiffen aussetzen. 

Donnerstag, 24. Januar 2013 

19:30: Arte a la deriva y derivados del petróleo

Grégory Lasalle, Frankreich 2012, 47 Min. OV/spanisch und französisch (ohne Untertitel) 

Während die Kultur der Mayas in Paris von transnationalen Ölfirmen, Museen und anderen öffentlichen Institutionen gefeiert wird, werden die heute lebenden Nachfahren der Mayas in Guatemala Opfer von Menschenrechtsverletzungen und neoliberaler Politik. Anhand der Ölförderung in Guatemala thematisiert der Film die widerrechtliche Aneignung von Land und natürlichen Ressourcen und zeigt, wie die von der heutigen Realität Guatemalas komplett abgehobene Darstellung der Mayakultur aktuelle Ungerechtigkeiten gegenüber der Bevölkerung verschleiert. 

Danach

Nach dem Film findet ein Gespräch mit eingeladenen Gästen zu Fragen des Rohstoffabbaus und der widersprüchlichen Rolle von transnationalen Unternehmen in Ländern wie Guatemala statt. Der Abend wird vom Guatemala-Netz Bern organisiert. 

Freitag, 25. Januar 2013 

20:00: Tout l'or du monde - End of the Rainbow 

Robert Nugent, Frankreich/Australien 2007, Fulani/Englisch/FranzösischOV/d, 52min 

Ein internationales Bergbauunternehmen reist mit der gesamten Infrastruktur von Borneo nach Guinea und verwandelt das umliegende Land nach und nach in eine grosse Goldminenwüste. Der Film offenbart eine Welt, die sich durch die Goldminen für immer verändert, und porträtiert jene Menschen, die in Guinea mit diesen Veränderungen leben müssen. Zu Beginn sind die meisten froh darüber, dass sie Arbeit gefunden haben. Bald jedoch wandelt sich die anfängliche Euphorie in Ernüchterung und Unzufriedenheit. 

Der formal aussergewöhnliche und bereits mehrfach ausgezeichnete Film zeigt die ökonomischen, ökologischen und sozialen Veränderungen, welche die Mine mit sich bringt. Die gigantische Naturzerstörung die mit dem Goldabbau einher geht, korreliert mit den krassen Unterschieden zwischen den Lebenswelten der Firmenmitarbeiter und der einheimischen Bevölkerung, die ums Überleben kämpft. Ein anschauliches Beispiel für eine fehlgeschlagene Entwicklung. In seinem formal aussergewöhnlichen Film gelingt es Robert Nugent am Beispiel des Goldabbaus in Guinea eine Parabel auf Ausbeutung und Postkolonialismus zu entwerfen. 

21:15: Sambia: wer profitiert vom Kupfer? 

Alice Odiot, Audrey Gallet, Sambia/Frankreich 2011, F/d, DVD, 53 Minuten 

Sambia gehört zu den grössten Kupferproduzenten, ist aber trotzdem eines der ärmsten Länder der Welt. Während das Kupfer und die Profite von Rohstoff-Konzernen ins Ausland transferiert werden, bleiben den meisten Menschen vor Ort nur Dreck und Armut. Die porträtierte Mine Mufulira gehört mehrheitlich dem Schweizer Rohstoffkonzern Glencore. Und dieser sieht sich zunehmend Widerstand ausgesetzt. Der Protagonist des Films, Christopher, gründet eine lokale Vereinigung, um gegen die massive Umweltverschmutzung der Mine aktiv zu werden und eine Klage zu prüfen. Ein Film, der genau hinschaut und nahe rangeht. 

Samstag, 26. Januar 2013 

20.30: Blood in the Mobile

Frank Poulsen, Dänemark 2010, E/d, DVD, 82 Minuten 

Ein Leben ohne Mobiltelefon kann man sich fast nicht mehr vorstellen. Doch für unseren Komfort zahlt die Welt einen hohen Preis. Ein Grossteil der Minerale, die für die Herstellung der Mobiltelefone notwendig sind, kommt aus dem Osten Kongos. Die westlichen Industrienationen kaufen sogenannte Konfliktminerale und finanzieren so den Bürgerkrieg im Kongo. Dieser zählt nach Auffassung von Menschenrechtsorganisationen zu den blutigsten seit dem Zweiten Weltkrieg. In den letzten 15 Jahren hat er mehr als fünf Millionen Menschen das Leben gekostet, 300’000 Frauen wurden vergewaltigt. Es herrscht unfassbare Grausamkeit. Der Krieg wird andauern, solange bewaffnete Gruppen die Kriegsführung durch den Verkauf der Mineralien weiter finanzieren können. 

Filmemacher Frank Poulsen ist seit Jahren Besitzer eines Nokia-Handys. Er will herausfinden, ob er den Konflikt im Kongo mit unterstützt. So macht er sich auf die Reise in den Kongo und nimmt viele Strapazen auf sich, um Zugang zu der größten Mine in der Kivu-Region zu erhalten. Ein Bild des Schreckens offenbart sich ihm: Kinder verbringen Tage in dunklen, engen Tunneln und graben mit bloßen Händen die Mineralien aus, die sich dann in unseren Telefonen wiederfinden. "Blood in the Mobile" ist eine Dokumentation über unsere Verantwortlichkeit im Konflikt im Kongo und über die soziale Verantwortung von Unternehmen. 

 

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Blood in the Mobile